Vor dem Riesentorlauf der Herren: Benni Raich liegt mit Bronchitis im Krankenbett
- Einsatz des "Blitz aus Pitz" ist aber nicht gefährdet
- Hermann Maiers letzte Chance ist der Riesentorlauf
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Seit 14 Jahren laufen Österreichs Ski-Herren WM-Gold im Riesentorlauf nach, der bis dato letzte rot-weiß-rote Champion war 1991 in Saalbach Rudi Nierlich. Am Mittwoch will das ÖSV-Quartett Christoph Gruber, Hermann Maier, Benjamin Raich und Rainer Schönfelder dieser Serie ein Ende bereiten, andererseits gilt es auch weitere WM-Festspiele des Amerikaners Bode Miller zu verhindern. Für ÖSV-Superstar Maier ist es nach bisher verpatztem WM-Verlauf die letzte Chance auf Edelmetall. Benjamin Raich ist vor dem Rennen gesundheitlich angeschlagen.
Benjamin Raich hat sich im Vorfeld des WM-Riesentorlaufs in Bormio eine Bronchitis-Erkrankung eingefangen. Dem Pitztaler wurde nun Ruhe verordnet, sein Start am Mittwoch ist aber nicht gefährdet. Der Kombinationsweltmeister wird jedoch die öffentliche Startnummernauslosung sowie einen geplant gewesenen TV-Termin im ORF-Studio in Bormio nicht wahrnehmen.
Hermann Maier hat bis jetzt kein einziges Großereignis ohne Medaille verlassen. In Italien schaute Maier jedoch bisher in Super G (4.) und Abfahrt (17.) durch die Finger. "Ich bin bisher sicher unter meinen Erwartungen geschlagen worden. Eine neue, aber ebenfalls sehr interessante Situation", so Maier, der dem Rennen dennoch ungemein locker entgegen blickt und auf seine - für ihn sehr überraschenden - guten Saisonleistungen im Riesentorlauf baut.
"Ich mache mir überhaupt keinen Druck, aber im Riesentorlauf ist immer alles möglich. Sicher wäre eine Medaille schön und für die werde ich auch kämpfen. Aber wenn keine rauskommen sollte, dann gibt es noch genügend andere Rennen." Die Tatsache, das ÖSV-Coach Andreas Evers den zweiten Durchgang steckt, will Maier nicht überbewerten: "Man darf nicht nur auf den zweiten Lauf hoffen, denn dann ist man vielleicht schon chancenlos."
Raichs Goldhunger ist noch nicht gestillt
Benni Raich hat mit Gold in der Kombi und Bronze im Super G bisher allen anderen ÖSV-lern die Show gestohlen und ist auch im aktuellen RTL-Weltcup als Fünfter bester Österreicher. "Mein Goldhunger ist gleich groß wie vor der WM - ich bin noch nicht satt und habe hier in Bormio noch einiges vor", versichert der Tiroler, der noch im Riesentorlauf, im Slalom und im neuen Teamrennen am Start stehen wird. "Das Selbstvertrauen passt, geschenkt wird einem aber sicher nichts."
Die Weltmeisterschaften 1989 in Vail und 1991 in Saalbach waren für Raich die ersten Titelkämpfe, die er via TV intensiv verfolgt hat. In beiden Fällen hieß der RTL-Champion Rudi Nierlich, der im Mai 1991 bei einem Autounfall ums Leben kam. "Natürlich war er ein Vorbild, er war ein genialer Skifahrer", so der 26-Jährige, der glaubt, dass Nierlich "seiner Zeit voraus war". "Er hätte das Material von uns heute gebraucht, war im Gegensatz zur Konkurrenz sehr viel am Innenski unterwegs."
Ihre ersten Renneinsätze in Bormio absolvieren Gruber und Schönfelder. Gruber, in der ÖSV-"Mini-Quali" an Werner Franz gescheitert, hat den bisher letzten Riesentorlauf auf Bormio-Boden gewonnen, nämlich am 21. Dezember 2000. Das gibt Selbstvertrauen, auch wenn man laut Gruber die aktuellen "aggressiven Schneeverhältnisse" mit denen von damals auf keinen Fall vergleichen könne. Den Ärger über den Abfahrts-Trainerentscheid hat der Schwazer längst verdaut: "Das ist gegessen. Ich konzentriere mich voll auf Mittwoch und freue mich auf das Rennen." (apa)
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