Absage: FIFA-Boss Blatter schließt Video-Beweis und generelles Wettverbot aus
- Schweizer aber für Vereinfachung der Abseitsregel
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat dem im Fußball kontrovers diskutierten Video-Beweis eine klare Absage erteilt. "Solange ich in der FIFA bin und etwas zu sagen habe, bin ich gegen den Videobeweis", sagte der Schweizer beim Workshop für die potenziellen WM-Schiedsrichter in Neu-Isenburg.
Fußball sei ein Spiel mit menschlichem Gesicht. Es lebe auch von Fehlern der Spieler, Trainer und auch der Schiedsrichter. Durch einen möglichen Videobeweis "verliert der Fußball einen großen Teil seiner Faszination", glaubt Blatter.
Indessen befürwortet der FIFA-Chef eine Vereinfachung der Abseitsregel. "Es wäre eine Lösung, wenn es kein passives Abseits mehr gibt", sagte er. Es sei eine Idee, die sich aufdränge und den Angriffsfußball fördern würde. Darüber soll am 26. Februar Cardiff das für die Fußballregeln zuständige "International Board" entscheiden.
Blatter bestätigte auch, dass er Einsicht in die Akten des DFB zum Wett- und Betrugsskandal im deutschen Fußball hat. "Ich habe einen langen Bericht bekommen und bin informiert über den Stand der Dinge", sagte der FIFA-Boss und betonte, dass er Vertrauen in den DFB habe, wie die Angelegenheit, die durch den seit Samstag in U-Haft befindlichen Ex-Referee Robert Hoyzer ausgelöst worden war, aufgearbeitet würde. Obwohl er dem DFB auch noch einmal seine Hilfestellung angeboten hat, sieht er "keinen Bedarf einzugreifen".
Ein generelles Wettverbot schloss Blatter kategorisch aus. Wie Betrügereien und Manipulationen präventiv entgegengewirkt werden kann, soll in einem der Haupt-Tagesordnungspunkte bei der FIFA-Exekutivkomiteesitzung am 7. und 8. März diskutiert werden. "Der Fußball wird das überleben", glaubt Blatter.
(apa/red)
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