Fluchtgefahr im deutschen Wettskandal:
Ex-Schiedsrichter Hoyzer sitzt in U-Haft
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Im deutschen Fußball-Wettskandal ist der ehemalige Schiedsrichter Robert Hoyzer am Samstag mit Haftbefehl in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft Berlin teilte mit, dass die Entscheidung "nach einer geänderten Einschätzung zur Frage der Fluchtgefahr" von einer Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Tiergarten getroffen worden ist. Laut Hoyzer-Anwalt Thomas Hermes ist am Montag ein Haftprüfungstermin angesetzt.
Hoyzer hatte in mehreren Fällen Manipulationen bei der Leitung von Fußballspielen gestanden. Laut Staatsanwaltschaft wurde der Haftbefehl bereits am Donnerstag unter dem Vorwurf der "Mittäterschaft beim gewerbs- und bandenmäßigen Betrug in acht Fällen" erlassen.
Nach neuesten Erkenntnissen sei der Verdacht begründet, dass Hoyzer zusätzlich zu den ursprünglich von ihm selbst eingeräumten Straftaten bereits vor dem Jahr 2004 mit bisher unbekannten Mittätern Straftaten gleicher Art begangen hat. Der Beschuldigte müsse mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe rechnen. Dies begründe nach Einschätzung der zuständigen Richterin und der Staatsanwaltschaft auch eine konkrete Fluchtgefahr.
Generalstaatsanwalt Hansjürgen Karge sagte, er rechne fest mit einer Anklage gegen Hoyzer und drei bereits in Untersuchungshaft genommene kroatische Mitarbeiter eines Wettcafes in Berlin-Charlottenburg. Karge vermutete, dass Hoyzer aus Sicht der Ermittler noch längst nicht alles ausgepackt hat, was er weiß.
Der Generalstaatsanwalt verwies auf eine bevorstehende weitere Ausdehnung des Falles: "Wir haben etwas herausgefunden, was ich im einzelnen noch nicht sagen darf, sonst wird gegen mich selbst ermittelt." Weil man die möglichen Dimensionen dieses Falles sehr früh erkannt habe, sei die Staatsanwaltschaft entgegen ersten DFB-Kritiken an ihren Maßnahmen "sehr früh bemüht gewesen, alles zu tun, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten". Dies sei keineswegs immer gesichert gewesen. Karge: "Die Spiele finden auch mit unserer Mithilfe statt, und die Schiedsrichter werden nicht gelyncht. Das ist schon einiges wert."
Zur Festnahme von Hoyzer sagte der Chefermittler, alleiniger Haftgrund sei das drohende erhöhte Strafmaß und die damit verbundene Fluchtgefahr gewesen. "Kein Haftgrund ist das Fernhalten von Fernsehauftritten, auch wenn durch solche Äußerungen Einfluss auf Ermittlungen genommen werden kann." Damit spielte Karge auf das im Vorfeld umstrittene Interview von Johannes B. Kerner mit Hoyzer am vergangenen Dienstag an.
(apa/red)
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