Sicherheitskonferenz: Annan will mehr Engagement bei Friedensmissionen
- UNO-Generalsekretär stellt Forderung an reiche Staaten
- NATO und EU: "Konkrete Beiträge" im Sudan notwendig
·München: Rumsfeld
betont NATO-Rolle
Wichtig im Kampf gegen Terror und Atomwaffen
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UNO-Generalsekretär Annan hat die reichen Staaten der Welt aufgefordert, sich stärker an UNO-Friedenseinsätzen zu beteiligen. Die Ressourcen der UNO bei internationalen Einsätzen zur Friedenssicherung seien mit 75.000 Mann in 18 Friedensmissionen bis an die Grenzen beansprucht, warnte Annan am Sonntag bei der Konferenz zur Sicherheitspolitik in München.
Durch ständig neue Konflikte werde der Bedarf an Friedenseinsätzen bald die bestehenden Möglichkeiten überschreiten. Derzeit komme nur ein Fünftel der UNO-Soldaten aus entwickelten Ländern, kritisierte der UNO-Generalsekretär. NATO und EU forderte Annan zu "konkreten Beiträgen" im Konfliktherd Sudan auf. Er mahnte, die Weltgemeinschaft müsse kollektive Institutionen schaffen, um in zerrütteten Ländern dauerhaften Frieden zu schaffen. In diesem Punkt habe die UNO eine "gemischte Erfolgsbilanz".
Annan warnte, in Zeiten der Globalisierung habe jede Sicherheitsbedrohung eines Landes globale Auswirkungen. Stärker sei die UNO auch gefordert, "die Bürger vor Völkermord und Gräueltaten zu schützen". Wenn einzelne Staaten dabei versagten und es um die Rettung unschuldiger Menschenleben gehe, müsse der UNO-Sicherheitsrat notfalls auch die Anwendung von Gewalt beschließen. Dem Terrorismus sei mit "Null Toleranz" zu begegnen.
Der UNO-Generalsekretär warnte vor einer massenhaften Verbreitung atomarer Waffen. Für Jahrzehnte habe der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen mit dazu beigetragen, eine "sturzflutartige Proliferation" von Atomwaffen zu verhindern, sagte Annan. Annan kündigte an, im kommenden Monat ein umfangreiches Konzept zur globalen Terrorismusbekämpfung vorzulegen.
Annan sieht auch gute Chancen für eine Einigung auf die Reform der Vereinten Nationen in diesem Jahr. Das weltweite Sicherheitsumfeld habe sich verändert und somit müsse sich auch das weltweite System der kollektiven Sicherheit ändern. Grundlage für die Reform sollen Annan zufolge die Empfehlungen des 16-köpfigen Gremiums sein, das Vorschläge dafür erarbeitet hat. (apa)
