60. Jahrestag der Zerstörung Dresdens: Hunderte Linke demonstrierten gegen NPD
- Rechtsextremisten wollen Sonntag aufmarschieren
Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Dresden gegen die rechtsextreme NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) demonstriert, die zum bevorstehenden 60. Jahrestag der Bombardierung der sächsischen Landeshauptstadt am Sonntag zu einer Großkundgebung aufgerufen hat. Die etwa 500 Mitglieder linker und autonomer Gruppen protestierten auch gegen die offiziellen Gedenkfeiern in Dresden, deren Veranstaltern sie eine Gleichsetzung von Tätern und Opfern vorwarfen.
Der gut zweistündige Zug der zum Teil vermummtem Demonstranten durch das Stadtzentrum verlief ohne Zwischenfälle. Die Polizei berichtete, ein Teilnehmer sei wegen Besitz eines Taschenmessers festgenommen worden. Außerdem seien sechs Personen weg gewiesen worden.
Die Teilnehmer trugen neben roten Fahnen auch die Flaggen der USA, Großbritanniens, der Sowjetunion und Israels. In Sprechchören riefen sie unter anderem "Nie wieder Deutschland". Die Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 habe der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus gedient, so der Tenor. Ein Redner forderte, die vor 60 Jahren zerstörte und nun wieder aufgebaute Dresdner Frauenkirche abzureißen. An ihrer Stelle solle ein Denkmal für den Chef der britischen Bomberflotte, Marschall Arthur Harris, errichtet werden.
Für Sonntag haben rechtsextreme Parteien zum 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens durch die britische und amerikanische Luftwaffe zu einem so genannten Trauermarsch aufgerufen. Nach Angaben der Polizei werden dazu bis zu 7.000 Teilnehmer aus der rechtsextremen Szene aus ganz Deutschland erwartet. Sicherheitskräfte befürchten, dass zahlreiche Teilnehmer der heutigen Protestkundgebung in der Stadt bleiben, um morgen die direkte Auseinandersetzung mit den Rechtsextremen suchen könnten.
(apa)
