Freitag, 11. Februar 2005

Ungewöhnliche Wendung: Geschichte über "weggeworfenes" Baby war erfunden

  • Psychisch gestörte Mutter wollte Sohn los werden

Eine ungewöhnliche Wendung hat eine herzzerreißende Geschichte über ein weggeworfenes Baby im US-Staat Florida genommen, die über Stunden die amerikanischen Fernsehzuschauer in Atem gehalten hatte. Danach ist die Frau, die das angeblich am Donnerstag aus einem fahrenden Auto geschleuderte Neugeborene zu einer Feuerwache brachte, selbst die Mutter des Kindes und wollte es los werden. Sie erfand die ganze Geschichte, um ihr Baby anonym abgeben zu können, wie der zuständige Sheriff in Fort Lauderdale, Ken Jenne, mitteilte.

Das Bild des niedlichen Kleinen war den ganzen Freitagvormittag lang immer wieder über die US-Fernsehbildschirme geflimmert, und die Berichte über sein Schicksal hatten zu einer großen Anzahl von Hilfsangeboten geführt. Tausende Bürger riefen bei der Polizei an, um "Johnny", wie der Bub mittlerweile vom ihn betreuenden Krankenhauspersonal getauft wurde, zu adoptieren oder finanziell für ihn aufzukommen.

Die psychisch gestörte Mutter hatte behauptet, das Baby sei von einem Pärchen im Zuge eines Streits an den Straßenrand geworfen worden. Sie habe den zu diesem Zeitpunkt erst eine Stunde alten in einen Plastiksack gesteckten Kleinen dann aufgelesen. Wie sich nun herausstellte, hatte die 38-Jährige, die bereits Mutter eines Kindes ist, das Baby heimlich im Badezimmer des Hauses ihrer Mutter zur Welt gebracht. Der Bub bleibt nun erst einmal in der Obhut des Staates.

(apa/red)

11.2.2005 22:03