Freitag, 11. Februar 2005

US-Autor Arthur Miller ist tot: Berühmter 89-jähriger Dramatiker litt an Krebs

  • War mit Monroe & Österreicherin Morath verheiratet
  • Bekanntestes Werk: "Tod eines Handlungsreisenden"

Der weltberühmte Dramatiker Arthur Miller ist am Donnerstagabend in seinem Wohnort Roxbury im US-Bundesstaat Connecticut im Alter von 89 Jahren an Herzversagen gestorben. Der Dramatiker, der an einer Krebserkrankung und einer Lungenentzündung litt, starb im Kreise seiner Familie. Mit seinen sozial- und zeitkritischen Dramen wie "Alle meine Söhne" (1947), "Der Tod eines Handlungsreisenden" (1949) oder "Hexenjagd" (1953) wendete sich Miller gegen den so genannten "American Way of Life". Er galt als das "Gewissen Amerikas" und sorgte als Ehemann von Marilyn Monroe für Schlagzeilen.

Millers Kinder, Enkelkinder und seine Lebensgefährtin, die Künstlerin Agnes Barley, hatten seit Tagen am Krankenbett des todkranken Schriftstellers gewacht, sagte Millers Schwester, die Schauspielerin Joan Copeland. Die Krebserkrankung sei vor einigen Monaten diagnostiziert worden. Vor wenigen Wochen sei ihr Bruder aus der New Yorker Spezialklinik Memorial Sloan Kettering entlassen worden und zu ihr gezogen. "Er war sein ganzes Leben lang ein mutiger Mann, und er hat einige Zeit gehofft, gegen die Krankheit ankämpfen zu können." Am Dienstag hatte sich Miller auf seine Farm in Roxbury verlegen lassen, die er 1958 gemeinsam mit Marilyn Monroe gekauft hatte.

Der Familie Millers war vor dem ersten Weltkrieg aus Österreich eingewandert, Miller selbst kam am 17. Oktober 1915 in New York zur Welt. Nachdem sein Vater in der Wirtschaftskrise verarmte, musste Arthur Miller für sein Studium der Publizistik, Literatur und der englischen Sprache an der University of Michigan unter anderem als Hafen-, Landarbeiter und in einer Autofabrik arbeiten. Ab 1938 schlug sich Miller als freier Schriftsteller in New York durch und lernte am "Dramatic Workshop" bei dem deutschen Regisseur Erwin Piscator.

Bereits mit sein frühes Stück "All my sons" (dt. "Alle meine Söhne"), uraufgeführt 1947, wurde von den New Yorker Kritikern zum besten Stück der Saison gewählt. Die Verarbeitung seiner eigenen sozialen Erfahrungen in "Death of a Salesman" (dt. "Tod eines Handlungsreisenden") von 1949 wurde ein Welterfolg. Mit der Dramatisierung der Salemer Hexenprozesse von 1692 "The Crucible" (dt. "Hexenjagd") griff Miller 1953 indirekt den grassierenden McCarthyismus an. Miller selbst wurde vor den "Ausschuss für unamerikanische Umtriebe" geladen und 1957 zu einem Monat Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. Miller erreichte aber in der Berufung 1958 einen Freispruch.

Bereits 1956 hatte seine Heirat mit der Schauspielerin Marilyn Monroe für Schlagzeilen gesorgt. Miller beschrieb sie einmal als "höchst selbstzerstörerisch". Während ihrer Ehe, die er später in dem Stück "After the fall" (dt. "Nach dem Sündenfall") verarbeitete, habe er seine ganze Energie und Aufmerksamkeit darauf konzentriert, ihr bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. "Unglücklicherweise hatte ich nicht viel Glück." Wesentlich glücklicher verlief seine Ehe mit der österreichischen Fotografin Inge Morath, die er bei den Dreharbeiten zu "Misfits" kennen gelernt hatte. Die Ehe dauerte vier Jahrzehnte bis zum Tod seiner Frau im Jahr 2002.

(apa/red)

11.2.2005 19:21