Über 40 Verletzte bei Bombenanschlag in Madrid: ETA sorgt neuerlich für Schrecken!
- 30 Kilo schwerer Sprengsatz vor Kongresszentrum
- 14 Verdächtige nach Polizei-Razzia festgenommen
Bei einem vermutlich von der baskischen Untergrundorganisation ETA verübten Bombenanschlag sind am in Madrid etwa 40 Menschen verletzt worden. Vor der Explosion der Autobombe in der Nähe eines Kongresszentrums war bei der baskischen Zeitung "Gara" eine telefonische Warnung im Namen der ETA eingegangen. Der Bombenanschlag erfolgte zeitgleich mit einem groß angelegten Polizeieinsatz gegen die ETA in ganz Spanien. Dabei wurden nach Angaben von Spaniens Innenminister Jose Antonio Alonso vierzehn Verdächtige festgenommen.
Der laut Innenministerium 20 bis 30 Kilogramm schwere Sprengsatz detonierte gegen 09:30 Uhr unweit des Kongresszentrums Ifema am Stadtrand. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, bei dem Anschlag seien 43 Menschen verletzt worden. Die meisten hätten Prellungen oder Schnittwunden erlitten.
Im Kongresszentrum wollte Spaniens König Juan Carlos am Mittwochabend im Beisein des mexikanischen Präsidenten Vicente Fox die internationale Kunstmesse ARCO eröffnen. Obwohl wegen des Königsbesuches die höchste Sicherheitsstufe galt, gelang es den Terroristen, die Autobombe nur 500 Meter vor dem Messeeingang zu platzieren. Durch die Wucht der Detonation wurden mehrere parkende Autos zerstört, Fensterscheiben gingen zu Bruch. Die Eröffnung der Kunstmesse wurde aber nicht verschoben.
Ministerpräsident Zapatero reagierte scharf auf den Anschlag: "Ich will den ETA-Terroristen und denjenigen, die sie unterstützen, sagen, dass es im politischen Leben oder in der Gesellschaft keinen Raum für sie gibt". Anders als das konservative Vorgängerkabinett schließt die sozialistische Regierung Gespräche mit der ETA nicht grundsätzlich aus, fordert aber als Vorbedingung einen zeitlich unbegrenzten Waffenstillstand. Medienberichten zufolge soll Zapatero schon seit vergangenem Mai über einen engen Vertrauten in Kontakt mit dem ETA-Umfeld stehen.
Die ETA kämpft für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Seit Ende der 60er Jahre fielen den Anschlägen mehr als 800 Menschen zum Opfer.
(apa)
