Nach Krankheitsattacke: Spekulationen um Rücktritt von Papst verstärken sich
- Argentinischer Kardinal schließt Demission nicht aus
- Johannes Paul II. muss länger im Spital bleiben
·Papst ist nur knapp dem Tod entronnen
Heiliger Vater wurde um
"Haaresbreite gerettet"
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Krankheit und Alter
Seit Attentat 1981 ging es gesundheitlich bergab
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von Johannes Paul II.
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Johannes Paul II. war von
1978 bis 2005 im Amt
Der argentinische Kardinal Jorge Meija hat einen Rücktritt des schwer kranken Papstes als eine "mögliche Sache" bezeichnet. Eine Demission sei im Kirchenrecht vorgesehen, und alles hänge davon ab, ob Johannes Paul II. denke, dass seine persönliche Situation und die der Kirche und der Welt seinen Rücktritt rechtfertigten, sagte Meija am Dienstag einem Radiosender in Buenos Aires. "Wir hoffen, dass der Papst so lange weiter macht, wie er kann. Aber wenn er nicht mehr können sollte, muss er das nach seinem Gewissen entscheiden", fügte der Kardinal hinzu.
Es müsse "geprüft werden, ob nicht bereits eine Grenze erreicht ist", sagte Meija in Bezug auf die Gesundheitsprobleme des Heiligen Vaters, der seit einer Woche wegen Atemwegsbeschwerden im Krankenhaus liegt. Wenn der Papst fühle, dass seine Kräfte nicht mehr ausreichten, um sein Amt voll auszuüben, werde er seinen Rücktritt vor Gott erklären. Ob und wann der 84-Jährige dies tue, wisse niemand.
Papst muss länger im Spital bleiben
Papst Johannes Paul II. soll inoffiziellen Berichten zufolge länger als geplant im Krankenhaus bleiben. Vermutlich werde er erst am Wochenende die Klinik in Rom verlassen können, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Die Genesung des 84-Jährigen gehe sehr langsam voran, hieß es zur Begründung. Zunächst war von einem Ende des Klinikaufenthalts an diesem Donnerstag die Rede gewesen.
Zugleich wies Kurienkardinal Giovanni Battista Re Spekulationen über einen möglichen Rücktritt des Papstes zurück. Wer über dieses Thema spreche, beweise "einen schlechten Geschmack".
Die römische Zeitung "Il Messaggero" berichtete, im Vatikan werde über Regelungen nachgedacht, wie künftige Päpste bei körperlichem oder geistigem Verfall verfahren sollten. So sei etwa ins Auge gefasst, dass Päpste in Zukunft selbst eine Kommission ins Leben rufen könnten, die sie im Falle der Unfähigkeiten zur Amtsausführung beraten solle.
Papst nimmt erstmals nicht am Aschermittwochs-Gottesdienst teil
Wegen seines Krankenhausaufenthalts wird Papst Johannes Paul II. heuer erstmals nicht zum Aschermittwochs-Gottesdienst erscheinen. An seiner Stelle soll Kardinal James Stafford im Petersdom die Messe zelebrieren. Es ist das erste Mal im 26-jährigen Pontifikat von Johannes Paul, dass er am Aschermittwoch nicht an einem öffentlichen Gottesdienst teilnimmt.
Hunderte beteten für Papst
Bei dem Aschermittwochs-Gottesdienst im Vatikan haben Hunderte von Pilgern für das kranke Oberhaupt der Kirche gebetet. "Möge ihm Gott Gesundheit und Kraft geben, damit er für das Wohl der Kirche und der Menschheit weiterhin seine pastoralen Pflichten erfüllen kann. Wir spüren die spirituelle Anwesenheit des Papstes unter uns", sagte Kardinal James Stafford, der im Petersdom die Messe zelebrierte.
(apa/red)
