Dienstag, 8. Februar 2005

Papst ist nur knapp dem Tod entronnen:
Heiliger Vater um "Haaresbreite gerettet"

  • Kirchenoberhaupt wäre beinahe "erledigt gewesen"
  • PLUS: Besserung des Gesundheitszustandes hält an

Der Papst ist zu Beginn seiner jüngsten Erkrankung nur knapp dem Tod entronnen. Dies berichtet das US-Fachmagazin "Inside the Vatican". Johannes Paul II. habe zunächst eine Spitalsbehandlung entgegen dem wiederholten Rat seines Leibarztes Renato Buzzonetti und seines persönlichen Sekretärs Stanislaw Dziwisz abgelehnt. Nachdem er immer stärkere Atemprobleme hatte und zu ersticken drohte, sei er am späten Dienstagabend eilends in die Gemelli-Klinik gebracht worden, wo er - entgegen den offiziellen Angaben - zunächst auf der Intensivstation behandelt worden sei.

"Wenn er zehn Minuten später gekommen wäre, wäre er erledigt gewesen", zitiert das Magazin einen nicht näher bezeichneten Gewährsmann. "Wir haben ihn um Haaresbreite gerettet." Ein Vatikan-Beamter bestätigte auf Anfrage, der Zustand des Papstes sei zum Zeitpunkt seiner Einlieferung "sehr ernst" gewesen. "Wenn es kontrollierbar gewesen wäre, wäre er erst am nächsten Tag in der Früh ins Krankenhaus gebracht worden."

Gesundheitszustand immer besser
Für Papst Johannes Paul II. beginnt die zweite Woche in der römischen Klinik Gemelli, in die er wegen akuter Kehlkopfentzündung eingeliefert worden war. Aus Vatikan-Kreisen verlautete, dass der Papst weiterhin auf dem Weg der Besserung sei. Der Papst habe kein Fieber, die Ärzte rieten ihm jedoch, noch einige Tage im Krankenhaus zu verbringen, so Vatikan-Sprecher Navarro-Valls.

Die Ärzte des römischen Krankenhauses wollen am Donnerstag entscheiden, wann der Heilige Vater das Spital verlassen kann. Der Papst wurde am Montag vom vatikanischen Staatssekretär, Kardinal Angelo Sodano, sowie vom Stellvertreter im Staatssekretariat, Bischof Leonardo Sandri, besucht. Johannes Paul II. dankte für die zahlreichen Genesungswünsche aus der ganzen Welt.

Möglicher Rücktritt?
Inzwischen werfen die Gesundheitsprobleme des Papstes Fragen über einen möglichen Rücktritt des Heiligen Vaters auf. Dazu äußerte sich Sodano. "Ein möglicher Rücktritt des kranken Papstes ist eine Frage, die wir am besten dem Gewissen von Johannes Paul II. überlassen. Niemand weiß besser als der Papst, was es zu tun gibt", meinte Sodano.

"Wenn es einen Kirchenmann gibt, der vom Heiligen Geist geleitet wird, wenn es einen Menschen gibt, der mehr als jeder andere die Kirche liebt, wenn es einen Mann mit einer wunderbaren Weisheit gibt, dann ist dies der Papst. Wir müssen alle enormes Vertrauen in ihn haben. Er weiß, was getan werden muss", so Sodano.
(apa/red)

8.2.2005 10:28