Sexskandal in Boston: US-Priester wegen Vergewaltigung eines Kindes verurteilt
- 74-jährigem Geistlichen droht lebenslange Haftstrafe
Im schwersten Sexskandal um die Erzdiözese Boston iat am Montag der 74-jährigen Priester Paul Shanley in allen vier Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Der katholische Geistliche hatte sich unter anderem wegen wiederholter Vergewaltigung eines Kindes verantworten müssen. Shanley droht eine lebenslange Haft. Die Höhe des Strafmaßes soll nächste Woche verkündet werden.
In dem Prozess hatte das heute 27-jährige Opfer unter anderem ausgesagt, es sei von Shanley im Pfarrhaus und im Beichtstuhl einer Kirche in Boston missbraucht worden. Dagegen argumentierten Shanleys Verteidiger, die Anschuldigungen seien frei erfunden. Der Kläger wolle nur eine hohe Abfindung kassieren.
Die Anschuldigungen gegen Shanley zählen zu schwersten in dem Sexskandal um die Erzdiözese Boston. Hier allein wurden Priestern Dutzende Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern vorgeworfen. Der Erzbischof von Boston, Kardinal Bernard Law, der die Skandale über lange Jahre vertuscht hatte, war im Dezember 2002 unter massivem Druck zurückgetreten. Shanley war im Mai 2002 festgenommen worden. Der Vatikan verstieß ihn im vergangenen Jahr aus dem Priesteramt, nachdem er angeklagt worden war. (apa)
