Vor Bildungsgipfel in Wien: Erwartungen der Landesschulräte unterschiedlich
- 10- bis 14-Jährige: Gimpl für gemeinsamen Unterricht
- Forderung der Elternvereine: "Ganztägiges Angebot"
·SPÖ hält nicht viel vom Bildungsgipfel
Cap: Nur "Show", Van der Bellen: "Reform-Monolog"
·FPÖ gönnt Lehrern nur 5 Wochen Ferien
Umfassende Forderungen in der Bildungsdiskussion
·Österreicher sind für die Gesamtschule
Laut AK-Umfrage 54 % für die Sechs- bis 14-Jährigen
·Noch kein Konsens bei der Schulreform!
Streitpunkt gemeinsame Schule: VP strikt dagegen
·Parteien zur Schul- reform: Die ÖVP!
Werner Amon: "9. Pflicht- schuljahr besser nutzen"
·Parteien zur Schul-
reform: Die SPÖ!
"Roter" Grundsatz: "Kein Kind zurücklassen"
·Parteien zur Schul-
reform: Die FPÖ!
Freiheitliche treten für eine "große Reform" ein
·Parteien zur Schul-
reform: Die Grünen!
Grüne für Gesamtschule und Ende des "Poly"
Unterschiedliche Erwartungen haben die Landesschulratspräsidenten aus Salzburg, Oberösterreich und Kärnten für den Bildungsgipfel am Montag in Wien. Während sich Salzburgs Landeschulratspräsident Gimpl für einen gemeinsamen Unterricht der 10- bis 14-Jährigen ausspricht, fordert sein oberösterreichischer Amtskollege Enzenhofer am Samstag eine entsprechende Differenzierung für eine Gesamtschule.
Enzenhofer gab weiters zu bedenken, dass man auch bei sofortiger Einführung der Gesamtschule auch in zehn Jahren noch immer nicht mit der Durchführung fertig sein werde. Er sagte, wenn am Ende der Diskussion herauskomme, dass jeder bereit sei, nicht gegeneinander zu reden, sondern miteinander und die angesprochenen Fragen auch gelöst würden, "dann war das erfolgreich".
Die Kärntner Landesschulratspräsidentin Egger hofft, dass es nicht bei einem einmaligen Reformdialog bleibt. Es müsse ein "Prozess werden, schrittweise an wichtige Themen heranzugehen". Gimpel wünscht sich eine Bildungsreformkommission. Es gebe in verschiedensten Bereichen des Schulsystems Reformbedarf.
Geteilte Meinungen gibt es auch in der Frage des Schulantrittsalters. Gimpel spricht sich für einen früheren Schulantritt mit fünf Jahren aus, und zwar verpflichtend. Enzenhofer ist hier skeptisch. Man könne nicht sagen, dass alle Fünfjährigen schon schulreif seien.
Der Bundesverband der Elternvereine an Mittleren und Höheren Schulen forderte indes ein "ganztägiges Angebot für eine ganzheitliche Bildung". Ein besonderes Augenmerk müsse auf "Soziales Lernen", Kreativität, sinnvolle Freizeitgestaltung und Entspannung gelegt werden. Schule müsse ein Ort der Begegnung und der Kommunikation sein. Die Schüler sollten sich auch in der Schule zu Hause fühlen. (apa)
