Zahl der österreichischen Flutopfer steigt weiter: Bereits 17 Tote zu beklagen
- 93 Landsleute gelten weiterhin als vermisst
- Österreichische Hilfs-Teams nach wie vor in Thailand
17 Österreicher sind tot, 93 gelten als vermisst, für - geschätzt - etwa zehn von ihnen bzw. für ihre Angehörigen besteht nach Angaben aus dem Bundeskriminalamt (BK) in Wien noch Hoffnung, dass die Betroffenen am Leben sind. Das ist der Stand knapp sieben Wochen nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe am Indischen Ozean, durch die nach jüngsten Angaben vermutlich rund 300.000 Menschen gestorben sind.
"Erst vorgestern haben wir in Thailand einen Österreicher gefunden, der von seinen Angehörigen als vermisst gemeldet worden war", sagte Mag. Erich Zwettler vom BK am Freitag der APA. Der 43 Jahre alte, in Deutschland lebende Mann war von der Flutwelle am Stefanitag zwar verschont geblieben, aber mit einer schweren Erkrankung von Pattaya aus in ein Krankenhaus eingeliefert worden und hatte auf Grund seines Zustandes nicht die Möglichkeit, sich zu melden.
Bei den etwa zehn Österreichern, die man noch zu finden hofft, handelt es sich laut Zwettler vor allem um Rucksacktouristen oder auch "Halb-Aussteiger" - Leute, die für mehrere Monate durch Süd- oder Südostasien reisen wollten.
Österreichische Hilfs-Teams nach wie vor in Thailand
Das Innenministerium ist nach wie vor mit zahlreichen Mitarbeitern im Einsatz: In Phuket arbeitet nach wie vor ein aus 15 bis 17 Experten bestehendes DVI-(Desaster Victim Identification-)Team, gemeinsam mit solchen Einsatzkräften aus etwa 30 weiteren Nationen. In Thailand werden, wie Zwettler sagte, noch immer Leichen aus Massengräbern exhumiert, die unmittelbar nach der Katastrophe aus Angst vor Seuchen angelegt worden waren. Die Behörden setzen alles daran, so viele Opfer wie möglich zu identifizieren.
Die Angehörigen der heimischen DVI-Teams - an die 100 Spezialisten - werden alle zwei Wochen ausgewechselt. Die heimischen Teams werden nach vorläufigen Schätzungen noch zwei bis drei Wochen in Thailand bleiben, außer, es besteht noch länger Bedarf. "Sie werden weiter arbeiten, so lange eine Chance besteht", sagte Zwettler. Bisher hat der Auslandseinsatz des Innenministeriums mehr als zwei Millionen Euro gekostet.
Im Bundeskriminalamt sind derzeit 18 Leute in Zusammenhang mit der Tsunami-Katastrophe im Einsatz. Sie fungieren als Anlaufstelle für die Angehörige von Opfern, gehen Hinweisen nach und stellen generell - rund um die Uhr - eine Art Informationsdrehscheibe dar. Rund 30 Beamte von Polizei und Gendarmerie in den Bundesländern sind noch mit dem Sammeln von so genannten Ante-Mortem-Daten wie zum Beispiel Zahnstatus oder DNA-Profilen Vermisster beschäftigt, auf deren Basis die Identifizierung von Opfern erfolgen kann.
Wunder auf den Andamanen
45 Tage nach der Flutkatastrophe in Südasien ist auf der zu Indien gehörenden Inselgruppe eine 18-jährige Überlebende entdeckt worden. Die junge Frau namens Jessy habe sich auf der südlichen Insel Pillopanja vorwiegend von wilden Früchten ernährt, nachdem sie die Welle überlebt hatte, berichtete Polizeichef Shaukat Hussain von der benachbarten Insel Campbell Bay am Freitag. Der Ehemann der Frau und ihr einjähriges Kind wurden bisher nicht gefunden.
(apa)
