Gegen eigene Partei, für Koalitionspartner:
Leitl für einklagbare Regeln für Behinderte
- "Das Vernünftige in vernünftiger Zeit tatsächlich machen"
- Landwirtschaftskammer bleibt weiterhin skeptisch
·Lehrlingen fehlt oft die Qualifikation
Unternehmen wünschen sich "Entpragmatisierung"
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl unterstützt die Forderung nach einklagbaren Regelungen im geplanten Behinderten-Gleichstellungsgesetz. "Wir sollten uns an den besten Vorbildern in Europa ein Beispiel nehmen und natürlich sollte gerade im Behindertenbereich nicht unverbindliche Absichtserklärung dominieren", so Leitl am Mittwoch im Ö1-"Morgenjournal". Für ihn gehe es darum, "das Vernünftige in einer vernünftigen Zeit tatsächlich zu machen" und sich dabei an den praktischen Möglichkeiten zu orientieren.
"Jede Initiative, die Behinderten eine Chance gibt und es ihnen ermöglicht, auch beruflich Sinn in ihrem Leben zu finden, wird von der Wirtschaft unterstützt." Nötig ist für Leitl ein gemeinsames Vorgehen aller Betroffenen. Eine "konstruktive Rolle" spiele dabei auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V).
Skeptisch hingegen ist die Landwirtschaftskammer. Sie befürchte enorme Belastungen für die Bauern, sollte auf jeder Almhütte ein barrierefreier Zugang geschaffen werden müssen.
Für Mittwoch war ein Treffen von Sozialstaatssekretär Sigisbert Dolinschek (F) und Vertretern der Sozialpartner zum Behinderten-Gleichstellungsgesetz geplant. (apa)
