Mittwoch, 9. Februar 2005

Alarmierende Lawinenunfallstatistik: Heuer
doppelt so viele Lawinentote wie 2003/2004!

  • Bisher haben bereits 17 Menschen ihr Leben verloren
  • Zahl dürfte steigen: Drei Personen gelten als vermisst

Alarmierende Lawinenunfallstatistik: In der heurigen Saison starben seit 1. November bisher bereits 17 Menschen - das sind doppelt so viele wie in der gesamten Saison 2003/2004 - in den Schneemassen, 24 wurden verletzt. Drei Personen gelten als vermisst. Der Grund dürfte laut dem Leiter des Alpindienstes,
Major Hans Ebner, darin zu suchen sein, dass es einerseits mehr Abgänge gegeben hat und die Unfälle andererseits dramatischer verlaufen sind.

Die meisten Lawinentoten gab es mit acht Betroffenen in Tirol. In Vorarlberg starben vier, in Salzburg drei Personen. Die Steiermark verzeichnete ein Opfer. Die drei Jäger, die am Donnerstag bei Treglwang in der Obersteiermark verschüttet worden sein dürften, gelten weiterhin als vermisst.

Schaut man sich die Zahlen nach dem Unglück in Galtür mit 38 Toten in der Saison 1998/1999 (im gesamten Jahr 50 Tote) an, ist kein klarer Trend erkennbar. Nach 39 Toten im Winter 1999/2000 gingen die Zahlen in den Saisonen 2000/2001 auf 19 und 2001/2002 auf 17 zurück. Im Winter 2002/2003 verdoppelte sich die Anzahl der Toten (34). Im vergangenen Jahr gingen sie überraschenderweise auf acht zurück.

Um die Sicherheit zu erhöhen, raten Experten zu folgenden Vorkehrungsmaßnahmen:

  • Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS): Das so genannte Piepserl gehört wie Schaufel und Sonde zur Standardausrüstung.

  • Sonde und Schaufel: Die etwa zwei Meter lange Sonde überprüft, ob die Ortung mit dem LVS richtig war und hilft auch, abzuschätzen, wie tief der Verschüttete liegt. Immer stecken lassen und entlang der Sonde ausgraben!

  • ABS-Rucksack: Der "Lawinen-Airbag". Geht die Lawine los, Leine ziehen - dann gehen zwei Ballons auf, die für erhöhten Auftrieb sorgen. Das Lawinen-Opfer "schwimmt" mit und kommt im Idealfall beim Stillstand der Lawine an der Oberfläche zu liegen.

  • AvaLung: Atemhilfe in Form eines Rüssels, mit dessen Hilfe man auch als Verschütteter Luft holen kann. Sie wird über dem Anorak getragen.

  • Avalanche Ball: Eine Art Boje, die den Helfern die Suche erleichtert. Ein Riemen muss gezogen werden, dann spannt sich ein Lampion, der an der Schneeoberfläche bleibt.

  • Planung und Vorbereitung: Immer Lage- und Wetterberichte genau studieren und eine Gelände-Orientierung vornehmen. Bergführer oder Hüttenwirte können oft wertvolle Hinweise geben.

  • Standardmaßnahmen im Gelände: im Aufstieg ab einer Hangneigung von 30 Grad "Entlastungsabstände" von zehn Metern einhalten. Bei der Abfahrt prinzipiell in großen Abständen von rund 30 Metern bzw. ab 35 Grad Neigung einzeln abfahren. (apa/red)

    9.2.2005 13:00