Mittwoch, 2. Februar 2005

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Sonntag findet die Tarrenzer Fasnacht statt

  • Die Mächte des Winters sollen ausgetrieben werden
  • Wichtigste Figuren nennen sich Roller und Scheller

Die Tiroler Fasnachten sind so etwas wie die höchsten weltlichen Feiertage in jenen Orten, in denen sie stattfinden. Genau so verhält es sich auch in Tarrenz (Imst). Alle vier Jahre gehen die Bewohner des Dorfes im Gurgltal in ihre Fasnacht. Herkunft und Bedeutung der Fasnachtsbräuche gelten als archaisches Ritual. Die Mächte des Winters sollten damit ausgetrieben werden.

Heute stellt die Fasnacht zentrales Element gelebter Dorfgemeinschaft und lebendiges Brauchtum dar. Schon Wochen und Monate vor dem Tag des Geschehens beginnen die Vorbereitungen. Masken werden geschnitzt, Kostüme genäht, Umzugswägen gebaut. Am 6. Februar 2005 ist schließlich ganz Tarrenz auf den Beinen, um das jahrhunderte alte Treiben mitzuerleben. Alleine 250 – ausschließlich – männliche Dorfbewohner gestalten die Fasnacht durch ihre aktive Teilnahme. Der weiblichen Bevölkerung bleibt das Recht vorbehalten, die farbenfrohen Kostüme zu ihrer und der Träger Ehre zu nähen.

Prächtige Figuren
Im Zentrum des Fasnachts-Geschehens stehen in Tarrenz Roller und Scheller. Der jugendliche Roller geht seinem betont männlichen Gegenpart voraus. Charakteristisch sind der breite Gürtel mit dem „Gröll“, vielen kleinen Glocken, und der Rollerstab, den er elegant schwingt. Der Scheller trägt neben seiner Maske mit den ernsten Gesichtszügen schwere Kuhschellen.

Auftakt am 5. Februar
Das traditionelle „Wagen-Schauen“ findet schon am Samstag, 5. Februar, statt. Zwar in erster Linie für die Einheimischen gedacht, aber dennoch ein Erlebnis, ist die wilde Fasnacht am Montag, 7. Februar. Ungeordnet und ohne Masken wiederholen die Tarrenzer ihre Fasnacht in ausgelassener Abschiedsstimmung. Denn erst 2009 heißt es wieder: „Miar genge in d’ Fasnacht!“ (red)

2.2.2005 14:04