Die Österreicher essen 100 Mio. Krapfen: Backwerk war schon im alten Rom beliebt
- 50 Prozent der Krapfen werden im Fasching verspeist
- PLUS: Wie der süße Krapfen zu seinem Namen kam

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In Österreich werden jährlich rund 100 Millionen Krapfen verspeist, 50 Prozent davon in der Faschingszeit, die heuer bereits am 8. Februar mit dem Faschingsdienstag ihren Höhepunkt erreicht. Die 100 Millionen ergeben sich aus einer Umfrage in Handel und Bäckereien, wie Agrarmarkt Austria (AMA) im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien bekannt gab.
Ausgehend von einem durchschnittlichen Krapfendurchmesser von neun Zentimetern ergibt diese Menge aneinander gereiht die Strecke von Wien nach Tokio.
Krapfen-"Dunkelziffer"
Die Krapfen-"Dunkelziffer" dürfte allerdings, so die AMA, weitaus höher liegen, "weil auch in Privathaushalten, der Gastronomie und auf Bauernmärkten gehört der Krapfen zu den beliebtesten Backwerken überhaupt". Der statistische Durchschnittskonsum an Krapfen pro Österreicher liegt bei 12,5 Stück und Jahr. Und das, obwohl zwei Krapfen genauso viel Kalorien haben wie 22 Karotten und sechs Gurken bzw. 100 Erdbeeren und 400 Himbeeren.
Kunst des Krapfen-Backens
Für 100 Millionen Krapfen benötigt man laut AMA - hochgerechnet anhand des Rezepts der "Kröpfl-Krapfen" im Wiener Hotel Imperial - 2.500 Tonnen Mehl, 400 Tonnen Zucker, 400 Tonnen Butter, 200 Tonnen Hefe, 25 Tonnen Salz, 12.500 Hektoliter Milch, 25 Millionen Eier, fünf Millionen Zitronen und 700 Hektoliter Rum. Die Herstellung erfordere äußerstes Fingerspitzengefühl, sagte Siegfried Kröpfl, Executive-Chef im Hotel Imperial: "Die Faschingsmehlspeise ist im Stadium seiner Werdung ein recht sensibles Wesen. Durchzug in der Küche etwa kann dem zarten Wesen die erhoffte Güte kosten."
Krapfen mit Tradition
Schon die alten Römer kannten und liebten angeblich ein ähnliches Gebäck, das sie bei den Frühlingsfeiern ihren Göttern opferten. Krapfen in unserem Sinne soll es seit dem 12. Jahrhundert geben. So richtig bekannt als Süßspeise wurde er im 17.und 18. Jahrhundert. Damals schon besaß er jene Form, in der es ihn heute gibt. Eine andere Legende besagt, dass den Krapfen eigentlich die Wienerin Cäcilia Crapf im 17. Jahrhundert zufällig "erfunden" haben soll, als ihr Semmelteig in das heiße Schmalz fiel.(apa/red)
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