"Weltpremiere" bei österreichischen Bankomatkarten: Ab sofort mit Digi-Signatur
- Neue Karten mit Chip für digitale Signatur ausgestattet
- Auch Umtausch alter Karten ab sofort kostenlos möglich
Das Finanzministerium will die noch spärliche Nutzung der digitalen Signatur für den Behördenverkehr ankurbeln. Neue Bankkarten (Bankomat- bzw. Maestro-Karten) werden daher ab heute mit einem Chip für die "elektronische Unterschrift" ausgestattet, der dann auf freiwilligen Wunsch des Kartenbesitzers bei einer Registrierungsstelle aktiviert werden kann.
Auch der kostenlose Umtausch von alten in neue, signaturfähige Karten ist ab sofort möglich. Die Erwartungen für die tatsächliche Nutzung der Signatur sind allerdings relativ gering. Finanzstaatssekretär Alfred Finz (V) sprach dennoch von einer "Weltpremiere".
Bis 2007 Umtausch aller Karten
Bis 2007 werden alle österreichischen Maestro-Karten und MasterCards mit dieser Zusatzfunktion ausgestattet sein, prognostizierte Europay Austria-Geschäftsführer Peter Neubauer bei einem Pressegespräch. Aktuell seien 6,5 Mio. Maestro-Karten und eine weitere Million MasterCards in Österreich im Umlauf. Die Bankkarte sei das "ideale Trägermedium" für die digitale Signatur "a.sign Premium", da die Karte höchste technische und Sicherheitsstandards erfülle und im Alltag nicht mehr wegzudenken sei.
Bis Ende 2005 erwarte man 200.000 Freischaltungen bzw. User, berichtete der e-business-Leiter der BAWAG und Vorsitzender der Zertifizierungsstelle A-Trust, Robert Krickl. Bis 2007 soll diese Zahl konservativen Schätzungen auf 800.000 User steigen, der Erfolg hänge vor allem von den Anwendungen für die digitale Signatur ab. Aktuell gibt es in Österreich 30.000 Nutzer der digitalen Signatur, wobei 10.000 davon Studenten der Wirtschaftsuniversität sind, in deren Studentenausweise ein Signatur-Chip integriert ist.
Wirtschaft spricht von Beginn einer "neuen Ära"
Für die Wirtschaft biete die digitale Signatur eine "neue Qualität für die Geschäftsabwicklung und den Behördenkontakt", die Ausgabe der signaturfähigen Bankkarten stelle den Beginn einer "neuen Ära" dar, pflichtete der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Reinhold Mitterlehner, bei.
Aktivierung kostet 12 Euro
Die Aktivierung des Signatur-Chips kostet einmalig 12 Euro, die Jahresgebühr beträgt 13 Euro. Zur Übertragung der Daten ins Internet wird ein Lesegerät benötigt. Die ersten 200.000 Geräte werden mit je 5 Euro von Finanzministerium und Europay gefördert, ein gefördertes Lesegerät koste damit 15 bis 46 Euro. Die entsprechende Software wird vom Bundeskanzleramt vorerst gratis zur Verfügung gestellt. Aktiviert werden kann der Signatur-Chip bei einer der aktuell 170 Registierungsstellen (vor allem Banken) in Österreich. Bis Ende 2005 sollen es - unter Einbeziehung des Telekom- und Elektrohandels sowie der Post - rund 400 Registrierungsstellen sein.
Die digitale Signatur - ein Code aus Buchstaben und Zahlen - stellt sicher, dass Dokumente oder Rechnungen gegen nachträgliche Veränderung geschützt sind und der Rechnungsempfänger eindeutig als Absender erkennbar ist. Einsatzmöglichkeiten für die "elektronische Unterschrift" sind E-Banking, das Ver- und Entschlüsseln von Nachrichten, E-Government (etwa Behördenverkehr mit dem Finanz- und Zollamt oder Sozialversicherung) oder etwa E-Billing.
(apa)

