Mittwoch, 2. Februar 2005

Der neue Heldenplatz

  • Menasses Stück für die Burg: Peymann soll Regie führen

„Paradies der Ungeliebten“: Robert Menasses Auftragsstück für das Burgtheater: Ein konservativer Vizekanzler verkauft seine Seele dem Naziteufel, ein Schmierenkomödiant wird Kunstminister, Linke planen ein Attentat auf den rechtspopulistischen Führer.

Helden(platz)sagen aus der Theatervorzeit: Auf der Titelseite der „Kronen Zeitung“ stand das Burgtheater als fotomontierte Aufforderung in hellen Flammen, und der Funkenflug erfasste die Republik. Thomas Bernhards „Heldenplatz“ war der Glücksfall Theater gewordener Politik und Politik gewordenen Theaters: unwiederholbar, so war man sich seither gewiss und träumte vom Jahr 1989, von der wilden Ära Peymann inmitten der friedvollen Ära Vranitzky.

Angebot an Peymann. Jetzt, zur sanften Ära Klaus Bachler inmitten der wilden Ära Wolfgang Schüssel, wird das Burgtheater plötzlich wieder ein gefährlicher Ort. Das Leuchten der Aufsäs-sigkeit kehrt wieder, und Peymann womöglich auch: Robert Menasse hat im Auftrag des Burgtheaters ein Stück geschrieben. Und Bachler will die Regie der Uraufführung mit einem europameisterlichen Sprung über den eigenen Schatten dem Vorgänger Claus Peymann anbieten.

Brennheißes Stück. Das Stück heißt „Das Paradies der Ungeliebten“, und es zu spielen erfordert Courage. Simple Denker könnten in ihm eine Höllenkomödie über den schwarz-blauen Sündenfall des Jahres 1999 erkennen, als Viktor Klima die Nationalratswahl gewann und abdanken musste.

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2.2.2005 17:07