Spenden-Rekord für Tsunami-Opfer: 100 Millionen Hilfe
- Hilfsorganisationen: Wir sind überwältigt!
Die Hilfsbereitschaft der Österreicher durchbricht fünf Wochen nach der Flutkatastrophe die 100 Millionen-Euro-Grenze!
Die ärgsten Verwüstungen der Flutkatastrophe in Südostasien sind beseitigt. Doch die Wunden heilen langsam. Der Tsunami war wie ein scharfes Messer, das uns von unserem bisherigen Leben getrennt hat, sagt der 14-jährige Jeevanadam aus Südindien. Der schwer geschockte Bub hat Vater und Mutter verloren: Es ist schön, dass freundliche Menschen gekommen sind, die uns helfen. Doch nichts kann uns unsere Eltern zurückgeben.
Chance zum Überleben. Jeevanadams Leben nach der Flut geht weiter. Und es ist wichtig für ihn zu spüren: Jemand ist für ihn da. Im SOS-Kinderdorf nahe seinem zerstörten Zuhause wird er, wie Tausende andere Kinder, in der Katastrophenregion liebevoll mit dem Nötigsten versorgt.
11.000 Österreicher darunter zahlreiche NEWS-Leser haben Kinderpatenschaften in der Unglücksregion übernommen. Mit jeder Patenschaft, die 15 Euro pro Monat kostet, kann im nächsten halben Jahr einem Kind wie Jeevanadam oder einer Familie das Überleben garantiert werden. Die Großzügigkeit der Spender bedeutet, dass mittlerweile in Indien, in Sri Lanka und Indonesien insgesamt zweitausend Familien geholfen werden kann. SOS-Kinderdorf-Sprecherin Angelika Schwaiger freut sich: Die Großzügigkeit ist einfach berührend.
Überwältigende Hilfe. Die Aktion SOS-Paten ist aber nur ein Mosaikstein eines Mammutaktes an Hilfsbereitschaft: Insgesamt hundert Millionen Euro haben Private und die Regierung Österreichs bislang für die Opfer der Flutkatastrophe zur Verfügung gestellt.
Die größte österreichische Hilfsorganisation, Nachbar in Not, die auch von NEWS unterstützt wurde, hat bislang 28 Millionen Euro gesammelt. Dabei stehen noch zahlreiche Charity-Events auf dem Programm. Die Bereitschaft zur Unterstützung ist enorm, so Nachbar-in-Not-Vorstand Michael Opriesnig. Mit den Geldern werden zahlreiche Organisationen unterstützt, die seit einem Monat in der Krisenregion aktiv sind. Dazu zählen auch Caritas und Rotes Kreuz, die zu den Nachbar in Not-Spenden bislang noch 9,5 beziehungsweise 10,3 Millionen Euro an eigenen Spendengeldern erhielten. Eine Umfrage bei den wichtigsten Hilfsorganisationen rundete das Bild der Rekordspenden ab: Mit Stichtag 1. Februar 2005 haben Österreicher die Aktivitäten der zehn größten Organisationen mit 50 Millionen Euro unterstützt. Weitere 50 Millionen Euro hat die österreichische Regierung bereits kurz nach der Katastrophe an Hilfe zugesagt. Für Ernst Strasser, den Koordinator der Hilfsmaßnahmen, bedeutet aber nicht nur die Spendensumme einen großen Erfolg: Alle beteiligten Institutionen haben Beeindruckendes geleistet.
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PLUS: Strasser im NEWS-Interview: Die Hilfe für Kinder hat für Österreich Priorität!

