Schüssels Neuwahl-Poker
- Wie Schüssel die FP in Neuwahlen treiben will

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Des Kanzlers Plan: Im Herbst 2005 Nationalratswahl, um SP-Spitzenkandidatenwechsel und Liste Haider zu verhindern. Spielt die FP mit?
Der Mann übt sich derzeit wieder in seiner liebsten Rolle. Gelassen, ruhig und entspannt, so präsentiert sich der Bundeskanzler dieser Tage gerne einer staunenden Öffentlichkeit Koalitionskrise hin, Neuwahldrohungen her.
Hinter den Kulissen in unzähligen ÖVP-Strategiesitzungen und schwarz-blauen Koalitionsgesprächen schaut die Gemütsverfassung des kleinen Prinzen, der sich gerade aufmacht, einen Coup der besonderen Art zu landen, etwas anders aus. Da knistert die Luft vor Anspannung, wie es einer der Seinen so schön formuliert. Wer freilich glaubt, dass des Kanzlers Nerven wegen Jörg Haiders Attacken gegen ihn oder wegen dem schwarz-blauen Streit um die Wehrdienstverkürzung flattern, irrt gewaltig.
Wolfgang Schüssel spielt vielmehr gerade wieder einmal sein machiavellistisches Lieblingsspiel: politischen Poker. Wie schon im Jahr 2002 sollen Rot, Grün und Blau mit einer vorgezogenen Nationalratswahl spätestens im Herbst 2005 schlicht überrollt werden. Die schwarzen Wahlkampfkonzepte liegen längst in Schüssels Schublade am Ballhausplatz.
Das ursprünglich ganz staatstragend geplante Jahr 2005, in dem sich das offizielle Österreich eigentlich, anlässlich 60 Jahre Zweite Republik und 50 Jahre Staatsvertrag, von Jubiläumsfeier zu Jubiläumsfeier tummeln sollte, könnte zumindest wenn es nach Schüssel geht zum Superwahljahr samt Mutter aller Wahlschlachten mutieren. Gleich drei Titanen der heimischen Politik Schüssel, Haider und, last, but not least, Wiens SP-Bürgermeister Michael Häupl müssten sich dann einen erbitterten Kampf um die Macht liefern.
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