Jackson-Prozess auf nächste Woche vertagt: Jury-Vorauswahl bereits beendet
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Michael Jackson
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15-Jährige soll öffentlich über Missbrauch sprechen
Nach einer zügigen Vorauswahl der möglichen Geschworenen soll der Missbrauchsprozess gegen US-Popstar Michael Jackson in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Richter Rodney Melville ordnete an, die Anhörung der Jury-Kandidaten im Gericht der kalifornischen Stadt Santa Maria am kommenden Montag weiterzuführen. Zuvor war die Vorauswahl von 250 Kandidaten für die zwölfköpfige Jury beendet worden.
Jackson ist angeklagt, vor zwei Jahren einen damals 13-jährigen krebskranken Buben auf seiner "Neverland"-Ranch sexuell missbraucht zu haben. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Der Sänger erschien auch am zweiten Prozesstag selbst vor Gericht.
Bereits Dienstagmittag (Ortszeit) verkündete Melville die Vertagung des Auswahlverfahrens. Ursprünglich war erwartet worden, dass die Befragung der mehreren hundert Jury-Kandidaten, die er vorgeladen hatte, bis Mittwoch dauern würde. Etwa 215 Kandidaten hatten aus beruflichen oder privaten Gründen ihren Ausschluss beantragt.
Prozessdauer vorraussichtlich ein halbes Jahr
Die Dauer des Jackson-Prozesses wird auf ein halbes Jahr geschätzt; viele argumentierten, dass sie sich für so lange Zeit keinen Verdienstausfall leisten könnten. Die Nein-Sager brachten jedoch auch andere Argumente an: Eine im vierten Monat Schwangere sagte, sie habe Angst, ihr Baby bei Gericht zur Welt zu bringen. Eine andere Frau sagte, die Tiere auf ihrer Ranch hätten so viel Nachwuchs zur Welt gebracht, dass sie keine Zeit habe. Ab kommender Woche sollen die verbliebenen 250 Kandidaten genauer betrachtet werden.
Auch am Dienstag persönlich vor Gericht
Auch am Dienstag erschien Jackson wieder persönlich vor Gericht. Nachdem er am Montag ganz in Weiß gekleidet war, trug der 46-Jährige dieses Mal ein schwarzes Jackett und schwarze Hosen, eine weiße Weste und ein rotes Hemd. Der Sänger wirkte auf seinem Weg zum Gerichtssaal entspannt und winkte den rund hundert Fans zu, die vor dem Gericht warteten. Während der Anhörung der Jury-Kandidaten wirkte er dann hoch konzentriert und machte sich Notizen.
Jackson wird vorgeworfen, zwischen Februar und März 2003 einen 13-Jährigen mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben. Er beteuert seine Schuldlosigkeit. Viele seiner Fans sind von seiner Schuldlosigkeit fest überzeugt. Sie meinen, der dreifache Vater könne keinem Kind ein Leid zufügen.
(apa/red)

