Sozialbericht 2003/2004 zeigt: Immer mehr Österreicher sind von akuter Armut bedroht
- Zahl stieg unserem Land um 4 % auf 460.000 Betroffene
- Armutskonferenz: "Armutsanstieg nicht verharmlosen"
5,9 Prozent bzw. 460.000 der in Österreich lebenden Menschen sind laut dem aktuellen Sozialbericht 2003/2004 "akut arm". Damit hat sich die Zahl der Armen erhöht, im letzten Sozialbericht waren es noch vier Prozent bzw. 300.000 Personen. Angesichts dieser Zahlen warnte die Armutskonferenz am Freitag vor der "Tendenz, den Armutsanstieg zu verharmlosen oder zu verdrängen". Das Risiko des sozialen Abstieges wachse in Österreich, betonte der Sozialexperte Martin Schenk.
Darauf würden auch weitere Indikatoren hinweisen wie die steigende Zahl der Sozialhilfebezieher, die dramatische Zunahme bei den Richtsatzergänzungen für Arbeitssuchende wegen der anwachsenden Zahl von Billig-Jobs - aber auch Wartelisten in der Schuldenberatung, eine steigende Zahl an Menschen in psychischen Krisen bei den psychosozialen Diensten oder der Anstieg Hilfesuchender in den Sozialberatungsstellen.
Schenk schilderte auch, was "akut arm" bedeutet: "Die Betroffenen haben geringes Einkommen weit unter dem Schwellenwert von 780 Euro und können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, sind chronisch krank, leben in feuchten, schimmligen Wohnungen."
(apa)

