Freitag, 4. Februar 2005

Überraschung bei Wahl zum Chef des Hauptverbands: Laminger setzt sich durch!

  • Sieg nach Patt zwischen Haberzettl und Dinkhauser
  • Offenbar Deal zwischen Leitl und Verzetnitsch

Das teils schon abenteuerliche Tauziehen im Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat am Freitag mit einem Sieg der Sozialpartner geendet. Zwar wird mit dem Unternehmensberater Erich Laminger nun doch ein "Schwarzer" Vorstandschef, die Sozialdemokraten erhalten dafür mit dem WGKK-Obmann, Bittner, den Vorsitz im zweiten wichtigen Gremium, der Trägerkonferenz. Der ÖAAB schaut durch die Finger.

Möglich gemacht hat den Kompromiss der Wirtschaftsbund, der sich dem Druck der Bundes-ÖVP nicht beugte und eine Lösung fand, die einerseits der Sozialpartnerschaft gut tut und andererseits den Arbeitgebern auch nicht besonders weh tut. Schließlich verfügen sie mit Laminger über das Sprachrohr nach außen, und Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf kann sich nach seinem freiwilligen Abtritt als Chef der Trägerkonferenz aller Voraussicht nach mit dem stellvertretenden Vorsitz trösten.

Der Entscheidung war ein wochenlanger Poker vorausgegangen. Nach dem Patt beim ersten Wahlversuch in der Vorwoche zwischen dem Tiroler Arbeiterkammer-Präsident Dinkhauser (V) und Eisenbahner-Chef Haberzettl (S) war täglich verhandelt und getäuschelt worden. Nachdem sich zunächst keine Seite kompromissbereit zeigte, brachte letztlich ein Gespräch der Sozialpartner-Präsidenten Leitl und Verzetnitsch den Durchbruch.

Einzig der ÖAAB wollte nicht mit ins Boot, konnte letztlich den Sozialpartner-Deal aber nicht verhindern. Angesichts der Aussichtslosigkeit des Unterfangens wurde Dinkhauser letztlich nicht einmal in die Wahl geschickt. So kam Überraschungsmann Laminger mit zehn Pro-Stimmen locker durch, und auch Haberzettl war dank der Unterstützung der Arbeitgeber-Seite letztlich ungefährdet. Unmittelbar nach dieser Wahl legte Kopf sein Amt nieder und schlug Bittner vor - dessen offizielle Kür erfolgt in zwei bis drei Wochen.

Während sich die Hauptverhandler von Wirtschaftsbund und Sozialdemokratischen Gewerkschaften guter Laune zeigten, war Dinkhauser doch etwas sauer. Besonders empört hat ihn, dass man ihm einen zweiten Stellvertreterposten angeboten habe. Einen "Almosen-Stellvertreter" gebe er aber sicher nicht ab. (apa)

4.2.2005 18:50