EZB-Tagung in Frankfurt: Gremium belässt Leitzins unverändert bei 2,0 Prozent
- Keine hohe Inflation wegen moderatem Wachstum
- Leitzins bleibt damit auf dem Stand von Mitte 2003: 2,0%
·US-Leitzinsen auf 2,50 Prozent erhöht
Sechste Erhöhung seit Zinswende im Juni 2004
·EU zieht Bilanz zu Lissabon-Strategie
Sechs Millionen neue Jobs könnten entstehen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Wie der EZB-Zentralbankrat am Donnerstag bei einer Sitzung in Frankfurt beschloss, bleibt der maßgebliche Zinssatz für die zwölf Staaten der Eurozone bei zwei Prozent. Zuletzt hatte die Notenbank den wichtigsten Zins der Eurozone im Juni 2003 um einen halben Prozentpunkt gesenkt.
Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch ihren Zinssatz um einen viertel Prozentpunkt auf 2,5 Prozent erhöht. Es war die sechste Erhöhung seit Mitte vergangenen Jahres in Folge.
Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung
Die EZB will die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum weiter mit einem historisch niedrigen Zinsniveau unterstützen. Der wichtigste Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld bleibt unverändert bei 2,0 Prozent. Das teilte der EZB-Rat am Donnerstag nach seiner Sitzung in Frankfurt mit. Volkswirte hatten diese Entscheidung angesichts der langsamen konjunkturellen Belebung erwartet.
Gegen eine Zinserhöhung sprachen nach Ansicht von Analysten auch der starke Euro im Vergleich zum Dollar, die Stabilisierung des Ölpreises und der Rückgang der Inflation seit Jahresbeginn. In der größten Euro-Volkswirtschaft Deutschland war die jährliche Teuerungsrate im Januar von 2,1 auf 1,6 Prozent gefallen. Für die Euro-Zone erwarten Experten in diesem Jahr eine Preissteigerung von 1,9 Prozent. Damit wäre das Ziel der EZB einer Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent erreicht.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte am Nachmittag auf einer Pressekonferenz die Entscheidung erläutern. Seit Juni 2003 liegen die Leitzinsen auf dem historisch niedrigen Niveau. Im Gegensatz zur EZB hatte die amerikanische Notenbank Fed die Zinsen am Mittwoch um einen Viertelprozentpunkt auf 2,5 Prozent erhöht und zugleich ein weitere Straffung der Geldpolitik in Aussicht gestellt.
(apa)

