Sonntag, 6. Februar 2005

Durchwachsene WM-Zwischenbilanz: Kein rot-weiß-rotes Gold in den Speedbewerben

  • Mit sechs Medaillen ist ÖSV derzeit nur Nummer drei
  • Alpinchef Hans Pum spricht von einem "guten Schnitt"

Renate Götschl hat am Sonntag im sechsten WM-Rennen für die sechste ÖSV-Medaille gesorgt, damit ist von der Stückzahl her die Minimalvorgabe von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel knapp nach WM-Halbzeit erreicht. Zwar hat Österreich bisher die meisten Medaillen gewonnen, an Siegen liegt die Ski-Großmacht aber hinter den USA und Kroatien nur auf Platz drei.

Kein Gold in den vier Speed-Disziplinen, dafür neben Kombigold für Benni Raich und Super-G-Silber für Michael Walchhofer gleich vier Bronzemedaillen lautet die eher bescheidene ÖSV-Zwischenbilanz. Alpinchef Hans Pum sprach zumindest von einem "guten Schnitt". "Natürlich wäre uns lieber, wenn mehr Goldene dabei wären. Aber die Dichte ist so groß geworden, dass man über jede Medaille froh sein muss. Und wir müssen die Leistungen der Anderen anerkennen."

Leid tut es Pum vor allem um zwei Rennen. Den Super G der Damen und die Abfahrt der Herren. "Zwei komische Rennen. Man sieht wieder einmal, dass es dort, wo man am meisten erwartet, oft am schwierigsten wird." Wie auch in der Damenabfahrt. "Aber da hat es ja nicht nur Unsere erwischt. Pärson war super unterwegs, hat einmal verschnitten und aus war es!"

Janica Kostelic erinnert Pum ein wenig an den Fall Leo Stock, der in Lake Placid Olympiasieger geworden war, ohne vorher eine Abfahrt gewonnen zu haben. "Auch Janica ist diese Abfahrt auf den Leib geschneidert. Die Kurven sind technisch schwierig, man muss sich nicht extrem überwinden."

Abfahrts-Qualifikation "ja nicht aus Spaß"
Die aufreibende Qualifikation bei den ÖSV-Herren verteidigte Pum. "Das sind alles Vollprofis, die halten das aus. Außerdem machen wir das ja nicht aus Spaß, sondern müssen auf die Situation reagieren. Wenn sich vorher im Weltcup vier Starter klar ergeben, braucht es auch keine Qualifikation."

Die Erwartungen für die zweite WM-Woche sind im ÖSV-Lager dementsprechend hoch. "Natürlich, wir haben ja in jeder Disziplin Läufer am Start, die Medaillen gewinnen können", ist Pum bewusst, dass noch einiges möglich ist, der Druck auf die Mannschaft aber nicht kleiner geworden ist. Tröstlich: Mit sechs Medaillen hat der ÖSV die magere Bilanz der Bormio-WM vor 20 Jahren (5 Medaillen) aber bereits übertroffen. Damals gab es zudem überhaupt kein Gold.
(apa/red)

6.2.2005 21:51