Nach einer Woche Pleiten, Pech & Pannen:
Götschl versöhnte sich mit "Deborah"
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- Speed-Queen: "Froh, dass es gut ausgegangen ist"
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Man hat schon strahlendere Medaillen-Gewinnerinnen gesehen als Renate Götschl am Sonntag in Santa Caterina. Am Ende einer mühevollen WM-Woche mit permanenten Rückschlägen war die 29-jährige Speed-Queen über Bronze natürlich glücklich, die Euphorie hielt ich aber sichtlich in Grenzen. Vermutlich musste sich die zweifache Weltmeisterin aber keine ihrer nun sechs WM-Medaillen so hart erkämpft wie am Sonntag ihre erste Bronzene.
"Ich war aber nie böse auf Santa Caterina", sagte Götschl mit einem süßsauren Lächeln. Dass die "Deborah Compagnoni" aber nicht ihre Lieblingspiste ist, war aber schon in der Woche vor der Abfahrt offensichtlich gewesen. Out im Super G, Out in der Kombination, selbst im Startnummerntraining hatte sie ein Tor ausgelassen. Was zunehmend auf die Stimmung drückte, war die Erinnerung an die medaillenlose WM in St. Moritz und dass ihr die Coaches schon unterstellt hatten, etwas "lahm" zu fahren und nicht alles zu geben.
Kritik, die offensichtlich ankam. Götschl strich sich nach dem Desaster in der Kombiabfahrt selbst den freien Samstag, testete und tüftelte am Material und kehrte am Sonntag wie schon so oft das "Renntier" heraus. Mit einem weicheren Schuhmodell rettete sie auf dem aggressiven Kunstschnee Bronze. Gold ließ sie nach überlegener Zwischenbestzeit im gleitreichen Mittelteil liegen. "Da habe ich eine sichere Linie gewählt, wahrscheinlich eine zu sichere".
Am Ende konnte sie aber sogar damit halbwegs leben, von einer 17-fachen Slalom- und "nullfachen" Abfahrtssiegerin (Kostelic) und einem 19-jährigen Nobody (Elena Fanchini) geschlagen worden zu sein. Immerhin war sie die einzige Abfahrtsspezialistin auf dem Podest und verhinderte mit Bronze eine komplette Nullnummer der ÖSV-Speed-Damen, die schon im Super G ausgelassen hatten.
Götschl: "Ich wusste ja immer, dass ich es kann"
"Diese Woche war extrem schwierig und deshalb bin ich umso froher, dass es unter diesen Umständen am Ende doch noch gut ausgegangen ist", gestand Götschl. Sie habe versucht, sich trotz aller Rückschläge und des verlorenen Selbstvertrauens im Laufe der ersten WM-Woche nie aus der Ruhe bringen zu lassen. "Ich wusste ja immer, dass ich es kann und es nicht einfach verlernt haben kann!"
Insgesamt habe natürlich geholfen, dass dies keine neue Situation für sie gewesen sei. "Ich hab mich ja jahrelang durchbeißen müssen und immer wieder eine auf den Deckel bekommen. Du lernst aus den schlechten Dingen und genießt dann die Guten."
Genießen kann Götschl jetzt die kommenden Tage, denn Riesentorlauf und Slalom werden ohne sie in Szene gehen. Ob sie am letzten Sonntag im Teambewerb startet, ist noch offen.
(apa/red)
