Blick zurück ohne viel Zorn: ÖSV-Damen versuchen verpatzten Auftakt zu vergessen
- Nur Meissnitzer grübelte länger über den Super G-Flop
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Rennen und Trainings:
Die wichtigsten Ereignisse
Michaela Dorfmeister dinierte mit Freund Andreas im Haus Ski Austria, Renate Götschl saß mit ihrem Fanklub im Tirol Haus zusammen, Alexandra Meissnitzer fand Trost im Kreis ihrer Familie. Österreichs im WM-Super-G so schwer geschlagene Damen waren beim Aufarbeiten des Frustes unterschiedliche Wege gegangen, sofern es überhaupt etwas zum Aufarbeiten gab. "Ich habe den Super G mit dem Verlassen des Ziels abgehakt", sagte Götschl.
Schon direkt nach dem Super G hatten die ÖSV-Mädchen trotz aller Enttäuschung gefasst und professionell reagiert. Dorfmeister zeigte nur 24 Stunden nach der Pleite mit klarer Bestzeit im ersten Abfahrtstraining am deutlichsten, dass der Super G Schnee von gestern ist. "Ich hatte nichts aufzuarbeiten. Ich war bis zum Ausfall gut unterwegs. Es wäre gelogen zu sagen, dass es nicht schmerzt, den letzten WM-Super G meiner Karriere schon nach 18 Sekunden beendet zu haben. Aber es war besser so als zu Bremsen, und Zehnte zu werden."
Von schlechter Stimmung war im Damenteam jedenfalls nichts zu spüren. "Auch in St. Anton war nach dem verpatzten Auftakt schon Weltuntergangsstimmung und alles hat sich wieder gelegt", erinnerte Dorfmeister und empfahl sich und allen Anderen den Blick nach vorne. "Natürlich tut's weh, denn dass keine von uns eine Medaille macht, hätte wohl niemand erwartet. Und nach den Erfolgen bisher hätte es wohl jeder vergönnt, dass eine von uns die Kohlen aus dem Feuer holt. Aber jetzt zählt nur noch die Abfahrt."
Meissnitzer grübelt am längsten
Am meisten kämpfte noch Meissnitzer mit der Enttäuschung. "Für mich war der WM-Super-G ja das Saisonziel. Deshalb geht es mir noch nicht so wirklich gut, ich werde wohl noch einige Tage brauchen", gestand die Salzburgerin. Auch der pauschale Trainer-Vorwurf, "kopflos" gefahren zu sein, war am Tag danach kein großes Thema mehr. "Alle die ausgeschieden sind, sind seit zehn Jahren in der Weltrangliste vorne. Aber egal warum, so ein Fehler sollte nicht passieren", sagte Meissnitzer.
Auch Damenchef Herbert Mandl war bereits vor der Videoanalyse klar gewesen, dass mehr als nur Kopflosigkeit der Grund für das Scheitern nicht nur seiner favorisierten Mädchen gewesen sein musste. "Deshalb hat es keinen Sinn, sich lange mit Kritik aufzuhalten. Wir müssen uns positiv orientieren und nach vorne blicken, denn sonst geht in der Abfahrt auch nichts."
(apa/red)
