Samstag, 5. Februar 2005

EM-Standort Klagenfurt: Neue Idee von Jörg Haider zur Rettung des Stadions

  • Private Gesellschaft mit Stadt und Land als Bauherr
  • "Kärntner Woche" verteidigt Veröffentlichung der Projekte

Der Kärntner Landeshauptmann Haider hat am Samstag einen Vorschlag unterbreitet, um das heftig umstrittene Klagenfurter EM-Fußballstadion doch noch bauen zu können. Demnach soll eine private Gesellschaft mit Minderheitenanteilen von Stadt und Land als Bauherr auftreten. Nach der Fertigstellung im Mai 2007 würden Stadt und Land die Mehrheit der Anteile übernehmen, so Haider.

In einem Gespräch mit ORF-Radio Kärnten ortete Haider "eine österreichweite Kampagne" gegen die Errichtung des Stadions, weil man nicht wolle, dass Kärnten Austragungsort der Fußball-EM 2008 werde. Es sei bekannt, dass "im Umkreis des Bundeskanzleramtes" versucht werde, Alternativen zu realisieren, damit die EM-Vorrundenspiele in einem anderen Bundesland zur Austragung gelangten könnten. "Ich kann nur sagen: Das wird es nicht spielen!", betonte der Landeschef.

Haider teilte mit, er habe mit Anwälten intensiv alle möglichen Varianten durchdacht, wobei ihm versichert worden sei, dass die Idee einer privatrechtlich organisierten Gesellschaft als Bauherr machbar wäre. Damit würde man sich auch das langwierige und teure Vergabeverfahren ersparen. Falls die Vergabe-Kommission zu dem Schluss kommen sollte, dass das Verfahren auf Grund der Veröffentlichung der Bewerberprojekte abgebrochen werden müsse, sei das laut Haider daher "relativ egal".

Die "Kärntner Woche" hat unterdessen ihren Aufsehen erregenden Bericht über die Projektwerber und deren jeweilige Angebote für den Bau des Klagenfurter Stadions verteidigt. Das Blatt betont, dass man in dem seit Monaten herrschenden "Wirrwarr aus Teilwahrheiten, Beschuldigungen, Vorwürfen krimineller Handlungen und Unprofessionalität" die Bevölkerung offen und korrekt informieren habe wollen. Der Umstand, dass diese einem internen Papier entnommen worden sind, sei "journalistischer Alltag bei allen relevanten Medien". (apa/red)

5.2.2005 17:08