Skandal vor Nordischer Ski-WM: Vittoz nach Weltcupsieg mit positiver A-Probe
- In Nove Mesto wurde ihm Furosemid nachgewiesen
- Zweitplatzierter Hoffmann könnte erneut aufrücken
Zwei Wochen vor dem Beginn der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf droht im Skilanglauf ein neuer Dopingfall. Beim Franzosen Vincent Vittoz, der im WM-Winter schon zwei Rennen gewonnen hat, wurde nach seinem Erfolg in Nove Mesto am 15. Jänner das verbotene Diuretikum Furosemid nachgewiesen. Der 29-Jährige ging am Donnerstag selbst mit dieser Nachricht an die Öffentlichkeit, eine Stellungnahme will er aber erst nach Vorliegen des Resultats der B-Probe abgeben.
Wird das positive Ergebnis des ersten Tests bestätigt, dann droht Vittoz, der im Dezember auch in Ramsau triumphiert hatte, die Disqualifikation sowie eine Sperre. Im Falle einer Streichung des Skating-Spezialisten würde erneut Christian Hoffmann profitieren. Der Oberösterreicher, der nach Disqualifikation des gedopten Johann Mühlegg in Salt Lake City 2002 nachträglich Olympia-Gold erhalten hat, würde als Zweitplatzierter des 15-km-Rennens in Nove Mesto auf den ersten Rang nachrücken.
Hoffmann reagierte betroffen auf den möglichen Dopingfall. "Ein Wahnsinn, wenn sich das bestätigt, wirft es ein schlechtes Licht auf unseren Sport", sagte der 30-Jährige. Jürg Capol, Renndirektor der FIS für Langlauf, wollte den Fall vor Vorliegen der B-Probe nicht kommentieren. "Unser Kontrollsystem funktioniert immer besser", meinte der Schweizer nur.
Furosemid dient einerseits der Entwässerung (und damit der raschen Gewichtsabnahme) und wird deshalb immer wieder in Sportarten wie Rhythmische Gymnastik, Gewichtheben, Judo etc. nachgewiesen. Anderseits könnte dieses Mittel aber durch den Effekt des "Ausspülens" des Körpers auch zur Verschleierung von anderen Dopingsubstanzen verwendet werden und steht auch deshalb auf der Verbotsliste.
(apa/red)
