EM im Abseits: Eklat um Klagenfurter Stadion sorgt beim ÖFB für Krisenstimmung
- ÖFB-Boss Stickler entsetzt über riesigen "Sabotage-Akt"
- LH Haider hält Bau nach Verfahrensabbruch für möglich
Der Österreichische Fußball Bund ist über die Vorgänge rund um die vorzeitige Veröffentlichung aller Projektwerber für den Neubau des Klagenfurter Stadions mehr als besorgt. ÖFB- Präsident Friedrich Stickler sprach am Donnerstag von einem "Sabotage -Akt in einer Größenordnung, die wir in der Sportpolitik nicht oft erleben."
Die frühzeitige Veröffentlichung in einer Kärntner Wochenzeitung stellt einen Verstoß gegen die Vergabeordnung dar und könnte einen Abbruch des Vergabeverfahrens und damit ein Ende der Stadion-Pläne zur Folge haben. "Ein Abbruch wäre ein Katastrophe für Klagenfurt, Kärnten und Österreich. Bei einer Neuausschreibung wäre der Fertigstellungstermin im Mai 2007 nicht mehr zu halten", meinte Stickler dazu.
Der ÖFB-Präsident hofft, "dass die Obergutachter in ihrem Gutachten, welches Anfang nächster Woche vorliegen sollte, zu dem Schluss kommen, dass das Vergabeverfahren fortzusetzen ist." Ähnlich sieht Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer die Lage: "Den Montag müssen wir abwarten. Wenn es dann mit Klagenfurt nicht gehen sollte, müssen wir über Alternativen nachdenken", sagte der Politiker, der aber weiter fest davon ausgeht, dass die EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz programmgemäß stattfinden wird. Schweitzer sieht jedenfalls für Klagenfurt keine Möglichkeiten mehr, sollte das Verfahren widerrufen werden müssen.
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hält hingegen auch für den Fall eines Abbruchs des Vergabeverfahrens einen zeitgerechten Neubau des Klagenfurter Fußballstadions für möglich. In diesem Fall könne man ein neues verkürztes Vergabeverfahren eröffnen, meinte Haider. Dafür müsste vorher "binnen weniger Tage ein so genanntes Sondergesetz verabschiedet werden".
(apa)
