Auch nach der Wahl keine Ruhe im Irak: Aufständische intensivieren Angriffe
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Die Ereignisse von 1919 bis zur heutigen Situation
Auch nach den allgemeinen Wahlen im Irak vom 30. Jänner hält die Gewalt gegen die ausländischen Truppen und deren Verbündete unvermindert an. Aufständische im Irak haben einer Internetseite zufolge bei einem Hinterhalt am Donnerstag 29 irakische Soldaten getötet und sieben gefangen genommen. "Die Löwen Gottes haben gestern der Nationalgarde eine Falle bei Abu Ghraib westlich von Bagdad gestellt", hieß es am Freitag in einer mit "Armee von Ansar al-Sunna" unterzeichneten Erklärung. "Den nationalen Sicherheitskräften sagen wir, die Kreuzritter, die ihr verteidigt, werden euch nicht vor unserem Zugriff schützen, und die Gotteskrieger sind entschlossen, euch einen nach dem anderen zu liquidieren."
Bei dem Überfall waren nach Polizeiangaben zwei Polizisten getötet und 14 verletzt worden. Mindestens 16 seien vermisst, hieß es. Auf die irakische Armee und die US-geführten ausländischen Truppen im Irak werden fast täglich Anschläge verübt. Seit der Wahl am Sonntag ist nach US-Militärangaben die Zahl der Anschläge jedoch zurückgegangen
Ein irakischer Bauunternehmer, der für die US-Streitkräfte ein Straßenprojekt am Bagdader Flughafen leitete, wurde am Freitag erschossen. Die Täter seien neben sein Auto gefahren und hätten dann die tödlichen Schüsse abgegeben, teilte die Polizei mit. Im Norden von Bagdad stürmten sunnitische Extremisten eine schiitische Moschee und brachten einen Sprengsatz zur Explosion. Es entstand Sachschaden.
"Große Fehler" von Premier Allawi
Nach den Wahlen hofft US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld auf einen Wendepunkt im Verhalten der irakischen Bevölkerung gegenüber den Koalitionstruppen. "Ich erwarte, dass Gewalt und Aufstand auf diesem Niveau weitergehen", sagte er am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten in Washington. Zugleich könnten aber auch mehr Iraker sich nun ermutigt fühlen, Informationen an die Sicherheitskräfte weiterzugeben. Mit der Zeit werde auch die Unterstützung für die irakische Regierung zunehmen.
Der führende Schiitenpolitiker Abdulaziz al-Hakim, Vorsitzender des "Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak" (SCIRI) warf unterdessen der Übergangsregierung von Premier Iyad Allawi und den Besatzungstruppen "große Fehler" vor. Sie hätten die aktuellen Sicherheitsprobleme mit verschuldet, sagte der SCIRI-Chef dem deutschen Nachrichtenmagazin "Focus". Die Iraker wollten, dass die Besatzer das Land verließen, sobald genügend Armee-, Polizei- und Sicherheitskräfte ausgebildet seien. "Kein stolzer Bürger will ausländische Soldaten in seinem Land sehen." (apa/red)
