Donnerstag, 3. Februar 2005

Demo gegen Studiengebühren: 20.000 deutsche Studenten gingen auf die Straße!

  • Schröder warnt Länder: "Brauchen mehr Studierende"

In fünf deutschen Städten haben am Donnerstag etwa 15.000 bis 20.000 Studenten gegen die Einführung von Studiengebühren demonstriert. Bei der Auftaktkundgebung in Essen zogen nach Polizeiangaben etwa 1000 Demonstranten durch die Stadt. Mit Transparenten wie "Bildung für alle (noch) kostenlos" protestierten die Teilnehmer gegen die in mehreren deutschen Bundesländern geplante Einführung von Studiengebühren für das Erststudium.

Nach Einschätzung der Polizei nahmen an weiteren Kundgebungen in Leipzig etwa 8000, in Hamburg etwa 2500 und in Mannheim ebenfalls etwa 2500 Demonstranten teil. Zum Auftakt der Demonstration in Berlin versammelten sich am Nachmittag nahe dem Palast der Republik an der Straße Unter den Linden etwa 1000 Teilnehmer.

Aufgerufen zu den Demonstrationen hatten das "Aktionsbündnis gegen Studiengebühren". Deren Geschäftsführer Sascha Vogt sprach von 20.000 Teilnehmern an den Kundgebungen. Die Erwartungen der Veranstalter hätten sich damit voll und ganz erfüllt.

Das Bundesverfassungsgericht hatte vorige Woche das Verbot von Studiengebühren gekippt. Mehrere Bundesländer hatten danach die Einführung von Gebühren angekündigt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wandte sich am Mittwochabend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Schleswig-Holstein erneut gegen Studiengebühren. Die Länder sollten sich gründlich überlegen, ob sie nach dem Gerichtsurteil tatsächlich Gebühren für das Erststudium einführen wollten. "Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Studierende, und das nicht nur aus einer, sondern aus allen Schichten des Volkes", sagte der Kanzler. (apa)

3.2.2005 16:59