Serbischer General Lazarevic stellt sich freiwillig: Donnerstag nach Den Haag gereist
- UN-Tribunal wirft Lazarevic Kriegsverbrechen vor
Der ehemalige Kommandant des Pristina-Korps, Vladimir Lazarevic (geb. 1949), ist heute Donnerstag nach Den Haag abgereist, um sich dem UNO-Kriegsverbrechertribunal freiwillig zu stellen. Lazarevic ist einer von vier serbischen Generälen, denen vom Haager Tribunal Kriegsverbrechen während des Konfliktes im Kosovo (1998/99) vorgeworfen werden.
Die Belgrader Behörden sind weiterhin bemüht, Nebojsa Pavkovic und Sreten Lukic dazu zu überreden, sich freiwillig dem UNO-Tribunal zu stellen. Vlastimir Djordjevic soll sich seit Frühjahr 2001 in Moskau untergetaucht sein und ist somit für die serbischen Behörden nicht zugänglich.
Lazarevic ist nach Den Haag in Begleitung des serbischen Justizministers Zoran Stojkovic sowie des Ministers für Lokalverwaltung, Zoran Loncar, abgereist. Die serbische Regierung, die die Entscheidung des Generals als eine "patriotische Geste" lobte, hat dem General Sicherheitsgarantien versprochen, die seine Freilassung bis zum Prozessbeginn ermöglichen sollen. Auch die Familie soll finanziell abgesichert werden.
Der Angeklagte hat sich vor die Abreise nicht an die Öffentlichkeit gewandt. Laut den Medienberichten ist General Lazarevic auf dem Belgrader Flughafen mit einem Geländewagen direkt bis zum Flugzeug gebracht worden.
Der pensionierte General Lazarevic ist bereits der 17. Haager Angeklagte aus Serbien-Montenegro, der sich freiwillig dem UNO-Tribunal stellte. Insgesamt wurden bisher 30 Personen aus Serbien-Montenegro dem Haager Gericht überstellt, berichtete die Belgrader Nachrichtenagentur Beta.
(apa)
