Donnerstag, 3. Februar 2005

Mordserie erschüttert amerikanische Uni: 21-Jährige in Baltimore erwürgt worden

  • Zweiter Mord an der Johns-Hopkins-Elite-Universität
  • Seit Jahresbeginn bereits der 27. Mord in Baltimore!

Der zweite Mord innerhalb eines Jahres an Studenten der renommierten Johns-Hopkins-Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland erschüttert die Studentenschaft. Eine 21-jährige Undergraduate-Studentin war am 23. Jänner in ihrer Wohnung außerhalb des Campus erwürgt aufgefunden worden. Die Bluttat war der 27. Mord in der Stadt seit Jahresbeginn.

Im Jänner wurden in Baltimore 31 Morde begangen, das heißt im Durchschnitt ein Mord täglich. Im Jänner des Vorjahres waren "nur" 16 Morde in Baltimore verübt worden.

Der Mord an der Studentin war die zweite Bluttat in der Studentenschaft der Johns-Hopkins-Uni innerhalb eines Jahres. Vergangenen April war ein 20-jähriger Student von einem Einbrecher in seinem Appartment ermordet worden, wenige Gassen entfernt vom Tatort der zweiten Bluttat. Beide Taten passierten im Viertel neben der Universität und sind bisher unaufgeklärt. Weiters meldeten mehrere Studenten einen sprunghaften Anstieg von Überfällen und Diebstählen in der Umgebung der Uni. In der Hafenstadt Baltimore gibt es große soziale Probleme, Drogenhandel und Slums.

Uni will mehr Patrouillen
Die Johns-Hopkins-Universität möchte nun die Sicherheit in den an den Campus angrenzenden von Studenten bewohnten Bezirken erhöhen und hat Polizisten angeheuert, die nach der Dienstzeit in ihren Polizeiuniformen durch die Straßen patrouillieren sollen. Der Präsident der Universität, William Brody, hat eine Anhebung des jährlichen Budgets für Sicherheit um zwei Mill. Dollar auf nun sechs Mill. Dollar (4,59 Mill. Euro) angekündigt. Laut einem Bericht der "Baltimore Sun" wird diese Maßnahme aber als zu spät kritisiert. Zahlreiche Beschwerden von um ihre Sicherheit fürchtenden Studenten seien von der Universitätsleitung nicht beachtet worden.

Die Johns-Hopkins-Universität gilt als das renommierteste Institut für medizinische Forschung in den USA und wird vom Staat und privaten Förderern mit 1,9 Mrd. Dollar finanziert. Mit etwa 750.000 Einwohnern ist Baltimore die größte Stadt im Bundesstaat Maryland.
(apa)

3.2.2005 10:08