Folterskandal in Abu-Ghraib: Zwei US-Soldaten bekennen sich schuldig
- Prozesse gegen zwei Soldatinnen noch ausständig
- PLUS: Bilder der Folterungen durch britische Soldaten
·Folter: Regierung im Irak gibt Fehler zu
Human Right Watch mit Vorwürfen gegen Iraker
·Irak: Neue Folter-BILDER des Grauens
Wie britische Soldaten brutal Gefangene quälen
Im Skandal um die Gefangenenmisshandlungen von Abu Ghraib haben sich zwei weitere US-Soldaten schuldig bekannt und müssen nun ins Gefängnis. Während einer der beiden, der Unteroffizier Javal Davis, das exakte Strafmaß noch nicht kennt, wurde der zweite, der Stabsgefreite Roman Krol, zu zehn Monaten Haft verurteilt.
Javal gehört zu einer Gruppe von sieben Militärpolizisten, die im Zusammenhang mit den Misshandlungen in dem irakischen Gefängnis angeklagt worden waren. Unter anderem wurde ihm angelastet, auf Fingern von Häftlingen herumgetrampelt zu sein. Wie zuvor schon drei seiner Kameraden bekannte er sich in einer Vereinbarung mit der Anklage in mehreren Punkten - darunter Körperverletzung und Pflichtverletzung - schuldig und vermied dadurch einen Prozess. Im Gegenzug wurde ihm eine geringere Strafe zugesagt als jene acht Jahre, die ihm im Fall eines Schuldspruchs in einem Prozess gedroht hätten. Das Strafmaß soll in Kürze festgesetzt werden.
Krol gehörte einer Aufklärungseinheit an und traf ebenfalls eine Vereinbarung mit der Anklage. Er bekannte sich schuldig, Wasser über auf dem Boden kriechende nackte Gefangene gegossen zu haben.
Bisher hat nur ein Prozess im Zusammenhang mit dem Skandal stattgefunden. Dabei wurde der Rädelsführer bei den Misshandlungen, Charles Graner, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Prozesse gegen zwei US-Soldatinnen stehen noch aus, aber Experten erwarten, dass sich auch die beiden Frauen zu einem "Deal" mit der Anklage entschließen werden. (apa/red)
