Mittwoch, 2. Februar 2005

Brutale Bluttat: Sechsköpfige ungarische Familie in Nordserbien ermordet

  • Ausgelöscht: Großeltern, Eltern und sogar Kinder tot
  • Hintergründe unklar: Familie zählte zu reichsten des Orts

Eine sechsköpfige ungarische Familie ist in der nordserbischen Stadt Horgos unmittelbar an der Grenze zu Ungarn ermordet worden. Das 67 und 65 Jahre alte Ehepaar, sein 36-jähriger Sohn, die 34-jährige Schwiegertochter und zwei Enkel seien von Unbekannten bereits vor einigen Tagen umgebracht worden, bestätigte das Untersuchungsgericht am Mittwoch in der Kreisstadt Subotica. Die Hintergründe der am Vortag entdeckten Tat seien völlig unklar.

Die in zwei benachbarten Häusern wohnenden Opfer, die der ungarischen Minderheit in der serbischen Provinz Vojvodina angehören, galten als eine der reichsten Familien im Ort. Sie betrieben eine groß angelegte Landwirtschaft und belieferten Kunden in Serbien, Montenegro und Ungarn. Das ältere Ehepaar sei mit einem Messer erstochen, das jüngere samt der Kinder mit Schusswaffen ermordet worden, berichteten die lokalen Medien. Die Bluttat war ans Licht gekommen, nachdem ein Verwandter die Familie tagelang telefonisch nicht hatte erreichen können.

In der gleichen Region hatte es Anfang der neunziger Jahre eine Serie ähnlicher Morde gegeben. Sie waren von einer kriminellen Bande verübt worden, deren Anführer Marinko Magda 1994 von der ungarischen Polizei verhaftet wurde. Er verbüßt eine 25-jährige Gefängnisstrafe. In Serbien war der Mann in Abwesenheit zunächst zum Tode verurteilt worden. Später war die Strafe in 40 Jahren Haft umgewandelt worden. Bisher gibt es keine Hinweise, ob hinter den neuesten Morden wirtschaftliche, kriminelle, verwandtschaftliche oder ethnische Motive stecken. In der Vojvodina war es in den letzten Monaten zu Spannungen zwischen der ungarischen Minderheit und der serbischen Mehrheit gekommen.
(apa)

2.2.2005 13:48