Papst geht es besser: Johannes Paul II. bleibt aber vorerst im Krankenhaus
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von Johannes Paul II.
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Johannes Paul II. war von
1978 bis 2005 im Amt
Der Gesundheitszustand des Papstes, der vor sechs Tagen in die römische Gemelli-Poliklinik wegen einer akuten Kehlkopfentzündung eingeliefert worden ist, hat sich gebessert. Der Heilige Vater muss jedoch mindestens bis am Donnerstag in Krankenhaus bleiben. Der Papst habe kein Fieber, er ernähre sich selbständig, die Ärzte rieten ihm jedoch, noch einige Tage im Krankenhaus zu verbringen, sagte Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls. Die Ärzte des römischen Krankenhauses wollen am kommenden Donnerstag entscheiden, wann der Heilige Vater das Spital verlassen soll. Ein weiteres Bulletin über den Zustand des 84 Jahre alten Papstes soll am Donnerstag veröffentlicht werden, meinte Navarro-Valls.
Trotz seiner Krankheit hat der Papst seinen Humor nicht verloren. "Ich lese die Zeitungen, um über meine Gesundheit zu erfahren", sagte der Papst seinen Mitarbeitern, wie Navarro-Valls den im Gemelli-Krankenhaus versammelten Journalisten berichtete. Der Papst sei für die Genesungswünsche dankbar, die aus der ganzen Welt eingetroffen seien. "Viele Menschen vertrauen dem Papst ihre Leiden an und er denkt an sie in seinen Gebeten", betonte Navarro-Valls. Er berichtete, dass der Papst täglich in seinem Zimmer im Gemelli-Krankenhaus die Messe mitzelebriere. An der Messe beteilige sich das Krankenhaus-Personal, das ihn behandelt.
Johannes Paul II. wird nach Ansicht des Narkosearztes Corrado Manni, der das Kirchenoberhaupt in der Vergangenheit bei sechs Operationen betreut hatte, seine derzeitige Erkrankung überleben. "Es ist sicher, dass der Papst diese Krise überstehen wird", so Manni der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Montagausgabe). Es sei aber nicht auszuschließen, dass der Papst irgendwann "einen ähnlichen Rückfall" erleiden werde. Der 84-Jährige leidet an der Parkinson-Krankheit, die "mit einer Reihe von Gefahren" einhergehe, wie in den vergangenen Tagen zu beobachten gewesen sei. "Die Parkinson-Krankheit ist nicht heilbar, man kann sie höchstens aufhalten."
Erstmaliger Auftritt des Papstes fand am Sonntag statt
Am Sonntag hatte sich der Papst erstmals seit seiner Einweisung ins Krankenhaus kurz den Gläubigen gezeigt und ihnen seinen Segen erteilt. Der von seiner schweren Erkrankung gezeichnete 84-Jährige erschien am Sonntag zum Angelus-Gebet am Fenster seines Krankenzimmers. "Danke, danke", sagte der Papst mit gebrochener Stimme. Die Worte "Im Namen des Vaters und des Sohnes, und des Heiligen Geistes" waren kaum verständlich, aber hörbar. Der Papst schien müde, doch in relativ guter Verfassung. Das Angelus-Gebet war zuvor vom vatikanischen "Innenminister", Erzbischof Leonardo Sandri, gesprochen worden.
Bei dem Gebet zu Mittag hatte dem Papst zum Ende hin die Stimme versagt. Nach einer kurzen Unterbrechung der Übertragung über Lautsprecher, in der ein lautes Knacken zu hören war, kehrte seine Stimme wieder, diesmal deutlich lauter und fester. Sein Mund war nun hinter einem Blatt Papier mit dem Redetext verschwunden, das ihm eine helfende Hand vorhielt. Beobachter der Szene gingen daher davon aus, dass die Techniker ein Tonband mit dem Segen eingespielt hatten.
Der Vatikan hat dies entschieden abgelehnt. Die Worte des Papstes zum Ende des Gebets seien im Augenblick der Live-Übertragung gesprochen worden, sagte Navarro-Valls. (apa/red)
