Weitere Lawinenabgänge in Österreich: Mehrere Opfer von Schneemassen getötet
- Tragisch: 7-Jähriger Bub erstickte im Tiefschnee
- Suche nach drei Jägern in Obersteiermark eingestellt
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Vier Lawinentote, ein im Schnee ersticktes Kind und ein vermisster Jugendlicher in Salzburg: Das ist die traurige Bilanz von Schnee-Unfällen in Österreich am Sonntag. Besonders tragisch ist der Unfall des siebenjährigen Buben. Er fiel aus einem Lift heraus und stürzte am Weg zurück zur Talstation so unglücklich in den Tiefschnee, dass er sich nicht mehr befreien konnte und erstickte.
Wie die Innsbrucker Sicherheitsdirektion mitteilte, wurde ein 65-jähriger deutscher Staatsbürger im Gemeindegebiet von Tux (Bezirk Schwaz) von einem Schneebrett in zwei Meter Tiefe begraben. Der Mann konnte oberhalb der Höhlensteinhütte nur noch tot geborgen werden.
Nachdem der Deutsche alleine aufgestiegen war und bis am Abend nicht zurückgekehrt war, machte seine Frau gegen 20.00 Uhr eine Vermisstenmeldung. Daraufhin begannen zehn Mann der Bergrettung mit zwei Lawinenhunden eine Suchaktion. Der mit einem Lawinenverschüttetengerät ausgestattete Tourengeher konnte schließlich gegen 23.30 Uhr geortet werden - für ihn kam aber jede Hilfe zu spät.
Suche nach den drei Jägern in Obersteiermark eingestellt
Die Suche nach den drei in der Obersteiermark nach einem Lawinenabgang vermissten Jägern wurde am Sonntagnacht eingestellt. Dies teilte die steirische Landeswarnzentrale mit. Man habe sich dazu einstimmig nach einer "genauen Beurteilung" der bestehenden Möglichkeiten entschlossen, die Entscheidung wurde von den Angehörigen mitgetragen, so der Leiter der Abteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung, Kurt Kalcher. "Es hat gegenwärtig keine Möglichkeiten mehr gegeben, die Suche erfolgreich zu gestalten", so Kalcher. Der Schneemassen liegen an der mutmaßlichen Unglücksstelle bis zu 20 Meter hoch und sind mittlerweile hart verfestigt.
Eine Oberösterreicherin tot
Am Jochgrubenkopf im Schmirntal (Bezirk Innsbruck-Land) wurde gegen 11.00 Uhr eine Oberösterreicherin aus Grieskirchen, die zuletzt in Innsbruck gewohnt hatte, sowie deren Begleiter im freien Skiraum von den Schneemassen erfasst. Der Innsbrucker konnte noch aus der Lawine herausfahren. Er kam mit dem Schrecken davon.
Belgier mitgerissen und getötet
Im Bereich der Plattachtalbahn bei Obergurgl (Bezirk Imst) wurde gegen 14.25 Uhr ein in Belgien wohnhafter Snowboarder von einer Lawine abseits der gesicherten Piste erfasst. Der 1962 geborene Mann wurde von dem Schneebrett 120 Meter weit mitgerissen. Die Einsatzkräfte entdeckten seine Leiche gegen 16.20 Uhr.
Steiermark: Tourengeher im Krankenhaus verstorben
Der Tourengeher aus Köflach, welcher am Sonntagnachmittag in der Obersteiermark von einer Lawine verschüttet und nach über einer Stunde geborgen wurde, ist nach der Einlieferung ins LKH Graz seinen schweren Verletzungen erlegen. Das berichtet die Grazer Sicherheitsdirektion. Der 1950 geborene Mann war Sonntagnachmittag am Rappoldkogel im Gemeindegebiet von Weißkirchen (Bezirk Judenburg) unterwegs gewesen, als ihn die Lawine erfasste.
Der Mann dürfte zusammen mit einer Begleiterin gegen 14.00 Uhr am Rappoldkogel im Gemeindegebiet von Weißkirchen (Bezirk Judenburg) unterwegs gewesen sein, als die Lawine losging, die den Weststeirer mitriss. Die Frau verständigte die Einsatzkräfte. Gendarmerie, Bergrettung und Diensthundeführer wurden von einem Helikopter nahe des Gebiets geflogen, wo der Verschüttete vermutet wurde.
Dabei hatten die Retter noch Glück: Auf dem Weg zur eigentlichen Unglücksstelle wurden zwei Bergretter von einem weiteren Schneebrett mitgerissen, konnten sich aber noch selbst befreien. Danach machten sich die Einsatzkräfte auf die Suche. Gefunden hat den Tourengeher schließlich ein Hundeführer der Bergrettung. Laut ÖAMTC soll der Mann ohne Lawinenpieps unterwegs gewesen sein.
Kreuzjöchl: Drei Tourengeher teilweise verschüttet - unverletzt
Am Kreuzjöchl bei Navis (Bezirk Innsbruck-Land) wurden gegen 11.00 Uhr drei Tourengeher - vermutlich aus Südtirol - teilweise von einer Lawine verschüttet. Sie konnten von der Bergrettung unverletzt aus den Schneemassen geborgen werden. Anschließend verließen sie den Unfallort, ohne ihre Identität bekannt zu geben.
Glück im Unglück für Snowboarder
Ebenfalls keine Verletzten forderte gegen 12.00 Uhr ein Lawinenabgang auf der Nockspitze bei Birgitz nahe Innsbruck ab. Ein junger Snowboarder aus Götzens wurde im ungesicherten Skiraum 150 Meter weit mitgerissen und verschüttet. Er wurde von seinem Bruder befreit.
Nur eine halbe Stunde später wurde auf der anderen Seite der Nockspitze bei Mutters ein weiterer Snowboarder im freien Skigelände 400 Meter von einer Lawine in die Tiefe gerissen und bis zu den Knien verschüttet. Der Innsbrucker erlitt eine leichte Knieverletzung und eine Platzwunde.
(apa/red)
