Sonntag, 6. Februar 2005

Ganztagsbetreuung in Salzburger Schulen:
Gabi Burgstaller lässt Bedarf erheben!

  • Landeshauptfrau will Bund unter Zugzwang bringen
  • PLUS: NEWS zeigt, wie die Schule der Zukunft aussieht

Salzburgs LH Gabi Burgstaller (S) lässt nun erheben, ob und in welchem Ausmaß im Land Ganztagsbetreuungsplätze an Volksschulen gewünscht werden. In einem demnächst abgeschickten Schreiben an die Eltern der rund 25.000 Volksschüler im Land Salzburg soll unter anderem erkundet werden, ob eine Nachmittagsbetreuung oder Betreuung zu Mittag gewünscht werde oder auch eine finanzielle Beteiligung vorstellbar sei, wie ihr Sprecher, Michael Wimmer, auf Anfrage mitteilte. "Burgstaller will so den Bund zum Zugzwang bringen", meldete der ORF-"Teletext" am Sonntag.

Die Erhebung lasse auch Schlüsse auf den bundesweiten Bedarf zu, so die Salzburger Landeshauptfrau. Für kleine Gemeinden kann sich Burgstaller auch Schulstufen-übergreifende Lösungen vorstellen. Bezahlen soll die daraus entstehenden Kosten der Bund.

Bereits am 14. Oktober 2004 hatte Salzburgs Familienlandesrätin Doraja Eberle (V) mitgeteilt, dass alle Eltern in Salzburg den genauen Bedarf anmelden können, welche Art, wo und wie lange sie Betreuung für ihr(e) Kind(er) benötigen. In jedem einzelnen Fall werde dann versucht, eine bestmögliche Lösung zu finden, hatte Eberle angekündigt.

Eberle und Burgstaller waren schon im Juli 2004 aneinander geraten: Damals hatte Eberle sich in einem Offenen Brief an die Landeshauptfrau beschwert, dass sie sich in das VP-Ressort einmische. Kinderbetreuung sei ein Schwerpunkt ihrer Arbeit geworden, hatte die Familienlandesrätin betont.

Lopatka: Erhebung in Steiermark vor einem Jahr
Kritik an der Ankündigung von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S), den Bedarf an Ganztagsschulplätzen in ihrem Bundesland erheben zu lassen, kommt von ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka. Offensichtlich sei Burgstaller die Ankündigung von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) entgangen, dass künftig jede Pflichtschule Tagesbetreuung anbieten solle. "Guten Morgen also, Frau Landeshauptfrau", sagte Lopatka in einer Aussendung.

Der ÖVP-Generalsekretär verwies darauf, dass die steirische Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder bereits vor einem Jahr eine Befragung an allen steirischen Pflichtschulen gestartet habe. Dabei hätten über 150 der 753 Pflichtschulen ihr Interesse an einer ganztägigen Schulform bekundet hätten. "Es ist also gut, wenn sich Salzburg an der Steiermark orientiert." Lopatka wies auch darauf hin, dass Gehrer bereits 10.000 Ganztagesbetreuungsplätze zur Verfügung gestellt habe. 8.100 seien davon bis jetzt in Anspruch genommen worden.

SPÖ begrüßt Vorstoß
SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser und Wissenschaftssprecher Josef Broukal begrüßten den Vorstoß Burgstallers hingegen als "einen wichtigen Schritt bei unserem Umsetzungskonzept". Die beiden Leiter des SPÖ-Kompetenzteams Bildung bekräftigten das Ziel der SPÖ, innerhalb der nächsten zehn Jahre 100.000 zusätzliche Ganztagsschulplätze zu schaffen, damit für die Eltern wirklich eine Wahlmöglichkeit bestehe. (apa/red)

6.2.2005 13:58