Freitag, 4. Februar 2005

Katzian folgt Sallmutter bei der GPA: Mit 91,8 Prozent zum Vorsitzenden gewählt

  • Offizielle Wahl zum GPA-Chef folgt schließlich im April

Wolfgang Katzian (48) ist am Freitag in einem außerordentliche GPA-Vorstand mit 91,8 Prozent zum geschäftsführenden Vorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten, der mitgliederstärksten Einzelgewerkschaft, gewählt worden. Seine offizielle Kür zum Nachfolger Hans Sallmutters erfolgt beim außerordentlichen Bundesforum in Wien am 26. April. Geschäftsführende Bundesgeschäftsführerin wird Katzians bisherige Stellvertreterin, Dwora Stein.

Große Veränderungen gegenüber seinem Vorgänger Sallmutter plant Katzian nicht, wie er am Freitag nach der Vorstandssitzung mitteilte. Inhaltlich werde er an begonnene Projekten weiterarbeiten, teilweise etwas die Positionen schärfen wie etwa bei der Verteilungsgerechtigkeit.

Katzian, am 28. Oktober 1956 in Stockerau geboren und Vater eines Sohnes, ist quasi ein GPA-Urgestein. Begonnen hat sein beruflicher Werdegang in der Länderbank, wo er in der Devisenabteilung tätig war. Mit 21 trat er dann der GPA-Jugendorganisation bei und wurde gleich ein Jahr später Jugendsekretär der Privatangestellten-Gewerkschaft. Nebenbei verdiente er sich seine Sporen in der FIET, der Internationale Angestelltenorganisation, bei der er es sogar zum Jugendvorsitzenden brachte.

Überhaupt gab es nur wenige Funktionen in der Angestelltengewerkschaft, die Katzian nicht innehatte. Sekretär der Geschäftsführung, Fraktionssekretär-Stellvertreter, Zentralsekretär und zuletzt viereinhalb Jahre Geschäftsführer waren jene Positionen, über die der Aufstieg Katzians erfolgte. Nebenbei schuf sich der künftige GPA-Chef schon früh Verdienste in der Sozialversicherung - als langjähriger Obmann-Stellvertreter in der Wiener Gebietskrankenkasse.

Als die größten Stärken Katzians gelten das Organisieren und Mobilisieren. Intern gerühmt werden auch seine Kenntnisse in der Sozialversicherung sowie sein antifaschistisches Engagement. Weniger Freundliche beschreiben den neuen GPA-Chef auch als extrem machtbewusst. Ein kleines Handicap für den künftigen Chef ist, dass er nie in Kollektivvertragsverhandlungen involviert war - und die sind für die GPA ein Kerngeschäft. Zusätzlich hat er mit den Metallern auch kein besseres Verhältnis als sein Vorgänger Sallmutter. Das heißt, der Dauerstreit der beiden Großgewerkschaften dürfte prolongiert werden. (apa/red)

4.2.2005 17:11