Mittwoch, 2. Februar 2005

Geteilte Reaktion auf Gorbach-Vorschlag zu Tempolimits auf Österreichs Autobahnen

  • Für ÖAMTC & ARBÖ vorstellbar, Grüne & VCÖ dagegen

Der Vorstoß von Verkehrsminister Hubert Gorbach (F), dass Tempo 130 nicht immer und überall auf Österreichs Autobahnen die oberste Grenze sein muss, hat am Mittwoch geteilte Reaktionen hervorgerufen: Während dies für den ÖAMTC vorstellbar sei, reagierten Grüne und der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ablehnend, der ARBÖ regte eine breite Diskussion über alle Vor- und Nachteile an.

"Es ist ein interessanter Vorschlag, wenn geltende Tempolimits auf Autobahnen höher angesetzt werden", meinte ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Natürlich müsse die Verkehrssicherheit diese Maßnahme zulassen. Zu beachten seien Parameter wie Dreispurigkeit auf Autobahnen, Straßenzustand, Verkehrsdichte und die Witterungsverhältnisse. Die Straßenverkehrsordnung erlaube ohnehin, dass höhere als die allgemeinen Tempolimits verordnet werden dürfen, wenn aus Gründen der Verkehrssicherheit dagegen keine Bedenken bestehen (§ 43 Abs 4 StVO).

ARBÖ-Präsident Herbert Schachter regte eine breit angelegte Diskussion an, bei der alle Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen wären. Wenn technische Voraussetzungen und Straßenzustand es zulassen, trete man für eine Flexibilisierung der Tempolimits ein. Welche Abschnitte dafür in Frage kommen, sei von Abschnitt zu Abschnitt genauestens zu prüfen.

Die Vorschläge Gorbachs würden jeder umwelt- und verkehrspolitischen Vernunft widersprechen, ließ hingegen die Verkehrssprecherin der Grünen wissen. Ein höheres Tempo auf den Autobahnen würde die schädlichen Emissionen verstärken, glaubt Gabriela Moser. Zudem würde sich durch schnelleres Fahren das Unfallrisiko erhöhen. Auch der VCÖ sprach sich vehement gegen höhere Tempolimits aus. Dies hätte nur eine Konsequenz: Die Zahl der Unfälle und der Todesopfer würde deutlich steigen.
(apa)

2.2.2005 13:28