20 Jahre Missbrauch und Schläge: Grazer Gendarm wegen Vergewaltigung vor Gericht
- Erst nach Trennung des Paares vertraute sich Frau an
·Vergewaltigungs- Prozess: Freispruch
Im Lager Traiskirchen Frau
nicht zum Sex gezwungen
Wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und schwerer Nötigung musste sich ein steirischer Gendarmeriebeamter am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht vor einem Geschworenensenat verantworten. Laut Anklage soll er 20 Jahre lang seine Lebensgefährtin vergewaltigt und geschlagen haben. Erst nachdem er die Frau verlassen hatte, konnte sie sich Ärzten anvertrauen. Der Prozess wurde für zwei Tage anberaumt.
Der Gendarm sei 1980 mit seiner Lebensgefährtin zusammengezogen, 1983 erwartete sie ein Kind von ihm. Als die Frau im achten Monat schwanger war, soll es zu den ersten Tätlichkeiten gekommen sein. Damals hatte er sie laut Anklage eine Stiege hinunter gestoßen, weil sie ihm nicht schnell genug etwas zu essen zubereitete. Nachdem das Kind auf der Welt war, sollen die Vergewaltigungen begonnen haben.
Mit Schlägen, Tritten und Drohungen machte sich der Beschuldigte laut Staatsanwalt die Frau immer wieder gefügig. Sobald sie Anstalten machte, ihn zu verlassen, soll er sie mit dem Umbringen bedroht haben.
Im Jahr 2004 zog er schließlich aus der gemeinsamen Wohnung aus, weil er eine andere Frau kennen gelernt hatte. Aus Angst, er könnte zurückkommen, erlitt die Frau laut Strafantrag einen Nervenzusammenbruch. In der Klinik sprach sie zum ersten Mal über ihr jahrelanges Leiden. Als sie wieder zu Hause war, suchte sie der Gendarm wieder auf und versprach, sich zu ändern. Er wollte sie auch heiraten und ihr die Hälfte seines Besitzes überschreiben. Doch diesmal griff der gemeinsame Sohn ein und warf den Gendarmen aus dem Haus.
(apa)
