Dienstag, 1. Februar 2005

Imaginärer Ring rund um Volksschule: Am Karlsplatz entsteht erste "Schutzzone"

  • Verordnung soll Kinder vor der Drogenszene schützen
  • Tritt am 14. Februar in Kraft. Bald Video-Überwachung?

Ab 14. Februar gibt es rund um die Evangelische Private Volksschule und Kooperative Mittelschule am Karlsplatz in Wien die erste "Schutzzone" in Österreich. Innenministerin Prokop präsentierte am Dienstag bei einem Lokalaugenschein die entsprechende Verordnung, die den Kindern mehr Schutz vor der Drogenszene an diesem neuralgischen Punkt bieten soll.

Die Schutzzone, die durch eine Novelle mit Jahresbeginn ermöglicht wurde, ist ein imaginärer Ring rund um die Schule. Am Karlsplatz reicht dieser von der Wiedner Hauptstraße bis zur U-Bahn-Station, zur Kärntnertor-Passage und zur Resselgasse. Dieser Raum steht unter besonderem Augenmerk der Exekutive. "Wer in dieser Zone auffällig wird und dort nichts zu suchen hat, wird kontrolliert", sagte Prokop. Im Anlassfall sind zunächst Verwarnungen vorgesehen, es kann auch zum Verweis aus der Zone für eine bestimmte Zeit führen. Kommt es zu wiederholtem Betreten, gibt es Geldstrafen bis zu 360 Euro oder Haft. "Wir wollen damit jegliche Kontaktaufnahme mit den Kindern verhindern", so die Innenministerin.

Schüler berichteten, dass sie auf dem Weg zur oder von der Schule immer wieder von Drogenhändlern angesprochen werden. Durch die Schutzzone soll dem Einhalt geboten werden.

Die Kontrollen werden mit keinem erhöhten Personalbedarf seitens der Exekutive verbunden sein, betonte Prokop. Vielmehr sei die Einführung der "Schutzzone" auch als präventive, abschreckende Maßnahme zu sehen.

Der ersten Schutzzone in Wien sollen weitere folgen. "Es gibt bereits zahlreiche Anfragen aus den Bundesländern, eine ganz konkrete liegt aus Mödling vor", sagte die Innenministerin. "Sinnvoll ist das ohnehin nur in Ballungsräumen." Auf dem Land werde es keine Schutzzonen geben.
(apa/red)

1.2.2005 12:18