Dienstag, 1. Februar 2005

Rechtzeitig vor den Semesterferien:
Heftiger Schneefall in ganz Österreich

  • Tourismus freut sich, Autofahrer sind genervt
  • Kleinere Probleme und Unfälle im Straßenverkehr

Rechtzeitig vor den Semesterferien in Wien und Niederösterreich haben die heimischen Winterskiorte eine ordentliche, zusätzliche Portion Schnee abbekommen. Doch was den Tourismus freute, das stellte am Dienstag in Oberösterreich vor allem die Nerven der Autofahrer auf die Probe. Es gab mehrere Unfälle, die aber weitgehend glimpflich verliefen.

Lediglich in Weyregg am Attersee im Bezirk Vöcklabruck wurden zwei Personen leicht verletzt, als sie mit ihrem Kleinbus gegen eine Hausmauer rutschten. In Roitham im Bezirk Gmunden prallte auf der mit Schneematsch bedeckten Fahrbahn ein Pkw gegen einen entgegenkommenden Geländewagen, der einen Anhänger mit Turnierpferden im Wert von 130.000 Euro zog.

Pöstlingbergbahn in Linz entgleiste wegen Eisbrocken
Eine Garnitur der Bahn auf den Pöstlingberg in Linz entgleiste Dienstag früh bei der Bergfahrt, da die Oberleitung vereist war und die Bremse wegen eines Eisbrockens nicht funktionierte. Der Fahrer, der allein im Wagen war, blieb unverletzt. Aus mehreren Bezirken wurde gemeldet, dass Lkw auf glatten Straßenabschnitten hängen blieben, u.a. am Grenzübergang zu Bayern in Suben. Vom nassen Schnee geknickte Bäume blockierten mehrere Straßen. Im Laufe des Tages entspannte sich die Situation.

Tirol: Halber Meter Neuschnee führte zu Zugverspätungen
In Tirol fielen in der Nacht auf Dienstag bis zu 50 Zentimeter Neuschnee. Die meiste weiße Pracht gab es in den Nordalpen, den Kitzbüheler Alpen, den südlichen Ötztaler Alpen, den Stubaier, Tuxer, Zillertaler Alpen sowie den nördlichen Ausläufern der Osttiroler Tauern. Räumfahrzeuge standen im Dauereinsatz. Größere Verkehrsprobleme auf den Straßen gab es laut Gendarmerie keine. Im Zugverkehr kam es hingegen teilweise zu Verspätungen. Die Lawinensituation spitzte sich indes zu: In weiten Teilen herrschte zumindest oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr (Stufe "4" auf der fünfteiligen Skala).

Vorarlberg: Auswirkungen hielten sich in Grenzen, aber Kettenpflicht
Die Auswirkungen des Winterwetters hielten sich in Vorarlberg in Grenzen . Der ÖAMTC verzeichnete "einige Einsätze mehr als normal, aber nicht übermäßig viele". Bei der Sicherheitsdirektion waren bis Mittag keine Unfallmeldungen eingelangt.

Während im Rheintal die Fahrbahnen praktisch durchgehend schneefrei waren, mussten die Verkehrsteilnehmer in höher gelegenen Regionen wie dem Bregenzerwald oder dem Montafon mit winterlichen Straßenbedingungen rechnen. Für die Arlbergstrecke zwischen Langen und St. Anton bestand für alle Fahrzeuge Kettenpflicht.

Winterliche Fahrverhältnisse in Obersteiermark
Mit bis zu einem Meter Neuschnee hatten die Autofahrer am Dienstag in der Obersteiermark zu kämpfen. Von den "äußerst winterlichen" Fahrverhältnissen und den teilweise starken Schneeverwehungen waren hauptsächlich die Regionen von Aussee bis zum Mariazeller Land betroffen. Für Lkw waren Schneeketten auf allen höher gelegenen Bergstraßen Pflicht. Seitens der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik herrschte am Vormittag Lawinenwarnstufe 4: "Erhebliche Gefahr". Im Raum Wildalpen hatten sich Vormittags schon einige Schneebretter selbst gelöst. Nach wie vor trocken blieb Graz: Bisher den ganzen Winter von Schneewolken im Norden und Süden "umgangen", war es auch am Dienstag sonnig und staubtrocken.

Salzburg blieb ein Verkehrchaos aus
In Salzburg blieb trotz 40 Zentimeter Neuschnee ein Verkehrschaos aus. "Es gab keine großen Behinderungen und Unfälle", hieß es aus der Verkehrsabteilung der Landesgendarmerie. "Ein großes Lob an die Autofahrer, sie haben sich mit ihrer Fahrweise der Witterung angepasst", so ein Beamter. Auf allen höher gelegenen Gebirgsstraßen herrschte Schneekettenpflicht. Im Laufe des Vormittags musste die Straße auf die Postalm von Abtenau (Tennengau) aus gesperrt werden.

Wintersportler freuen sich über 50 Zentimeter Schnee
"Im Gebirge, im Bereich der Nordalpen und Niederen Tauern, fielen bis zu 50 Zentimeter Schnee", informierte Josef Haslhofer von der Salzburger Wetterdienststelle. Zur Freude der Wintersportler wird Frau Holle noch weiterhin ihre Betten auslüften: Der Meteorologe prognostiziert bis Donnerstag erneut einen halben Meter Neuschnee auf den Bergen, im Tal dürften vor allem im Tennen- und Pongau noch 20 bis 40 Zentimeter dazukommen. Mit Stufe vier war die Lawinengefahr groß.

Starke Schneeverwehungen in Niederösterreich
Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee fielen in Niederösterreich. Betroffen waren vor allem die Regionen um Lilienfeld, Groß Gerungs und Weitra. Hinzu kamen teilweise starke Schneeverwehungen mit einer Höhe bis zu eineinhalb Metern im Waldviertel. Auf drei Bundes- und Landesstraßen herrschte am Dienstag Kettenpflicht für sämtliche Kraftfahrzeuge.

Wien: Schneefräsen im Einsatz
In Wien mussten wegen starker Schneeverwehungen am Stadtrand auch Schneefräsen eingesetzt werden, um die Straßen wieder befahrbar zu machen.
(apa/red)

1.2.2005 14:30