Freitag, 28. Jänner 2005

market-Umfrage: Österreicher geben wieder mehr Geld für's Wohnen aus

  • Wohnen & Möbel stehen auf 2. Platz der Einkaufszetteln
  • Möbel-Branche hat Aufschwung dringend nötig

Sofas, Betten und Tische sind wieder gefragt. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes market über die Konsumlaune der Österreicher hervor, bei der Wohnen und Möbel auf den Einkaufszetteln gleich am zweiten Platz rangieren...

Die Branche hat solchen Aufschwung nötig, denn die Konsumflaute hat den Möbelhändlern mit ihren kostenintensiven Produkten besonders arg zugesetzt. 2003 ist ihr Gesamtumsatz um nominell 1,7 Prozent gesunken, was reale Einbußen um 3,7 Prozent bedeutet hat. 2004 ist für die Marktführer Kika/Leiner, Möbel Lutz und Ikea nicht viel besser gelaufen. Das Endergebnis liegt noch nicht vor, doch das Marktforschungsinstitut Regioplan rechnet mit einer nominellen Stagnation, was real zwei Prozent Minus bedeutet.

Expansionskurs der Platzhirsche
Dramatisch hat sich die Situation am Möbelmarkt auch wegen des kompromisslosen Expansionskurses der Platzhirsche entwickelt. Österreichs Möbelhändler bringen es auf gesamt 2,5 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche, was in Relation zur Einwohnerzahl der höchste Wert Europas ist. "Die Renditen stimmen trotzdem noch, weil wir im Gegensatz zu anderen Handelsbranchen keine Mieten zahlen, sondern die Standorte selber bauen", klopft Möbel-Lutz-Chef Jörg Schelling auf Holz. Der Cashflow sei noch hoch genug, um die Bauinvestitionen zu decken.

Eng wird's für mittlere Betriebsgrößen
Zu einer Entspannung am österreichischen Markt wird auch beitragen, dass die beiden Platzhirsche Kika/Leiner und Möbel Lutz ihre Expansionsbestrebungen jetzt ins Ausland, vor allem nach Osteuropa, verlagern. Eng bleibt es für mittlere Betriebsgrößen wie die Interio-Gruppe der bekannten Wiener Unternehmerin Janet Kath: Angesichts niedrigerer Umsatzvolumina können sie der Werbemacht der Großen wenig entgegen halten.
(Aus FORMAT 4/2005)


28.1.2005 12:00