Nachfolge für GM-Herausgeber steht fest: Kurier erwirbt Österreichs Gourmet-Guide
- Martina und Karl Hohenlohe werden Gault Millau leiten
- Herausgeber Michael Reinartz mit Nachfolge zufrieden

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Ich kann mir keine besseren Nachfolger wünschen", streut Gault-Millau-Herausgeber Michael Reinartz (im Bild) Karl und Martina Hohenlohe Rosen. Am 2. Februar wird er seine Favoriten in der französischen Zentrale vorschlagen, wenn der Lizenzvertrag für die Österreich-Ausgabe des Gastro-Führers neu verhandelt wird. Denn Reinartz räumt nach 26 Jahren seinen Platz an der Spitze des einflussreichen Guides und übergibt die Lizenz zum Testessen an den "Kurier".
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, der "Standard" kolportierte astronomische 1,2 Millionen Euro. Das sei jedoch "weit zu hoch gegriffen", sagt "Kurier"-Geschäftsführer Hans-Georg Otto. Nach FORMAT-Recherchen betrug der Kaufpreis rund 600.000 Euro. Reinartz, der die Hohenlohes mindestens drei Jahre lang als Co-Herausgeber unterstützen wird, sagt, er habe bisher Lizenzgebühren von 40.000 Euro jährlich an die Franzosen abgeführt.
Gault Millau nun auch in den ehemaligen Kronländern.
Dass die Lizenzgebühr nun doch deutlich höher angesetzt wurde, liegt an der Ausweitung des abgedeckten Gebiets auf die Nachbarländer Ungarn, Slowenien, Slowakei sowie auf Kroatien. "Unser großer Vorteil dabei ist", sagt "Kurier"-Manager Otto, "dass die ,Kurier'-Eigentümer WAZ und Raiffeisen in den ehemaligen Kronländern bereits mit Tochterfirmen präsent sind."
Vorvertrag abgeschlossen
Vorbehaltlich der Zustimmung der französischen Lizenzgeber hat Karl Hohenlohe bereits einen Vorvertrag mit dem "Kurier" geschlossen und auch die Gründung einer GmbH in die Wege geleitet, die als "Kurier"-Tochter den Gourmet-Führer herausgeben wird. Der ORF-"Seitenblicker" und seine Frau Martina, Gourmet-Kritikerin des "Kurier", stachen prominente Mitbewerber wie Publico-Gründer Wolfgang Rosam aus, der Ende 2004 mit seinem eigenen Gastro-Kritik-Projekt "VIP Gourmet Club" für Schlagzeilen sorgte. Trotz "konstruktiver Gespräche", die Reinartz mit Rosam und weiteren Interessenten geführt hatte, entschied sich der Doyen der heimischen Feinschmecker-Szene, das Zepter an das Glamourpaar weiterzugeben. Karl und Martina Hohenlohe wollen dazu derzeit nicht mehr sagen als: "Es wäre eine reizvolle Aufgabe."
Punkte und Hauben
Die Punkte und Hauben, die das rund 40-köpfige Team anonymer Tester vergibt, entscheiden wesentlich mit, welchen Kurs die Karawane der Feinschmecker einschlägt. Was spürbare Konsequenzen für die Wirte hat: Die Auszeichnung mit der vierten Haube etwa bringe, so Star-Köchin Johanna Maier, "bis zu 50 Prozent mehr Umsatz".
Martina Hohenlohe sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein: Sie gibt seit Jahren den Wiener Restaurantführer "Tafelspitz" heraus. Sollte der Zuschlag von Gault Millau kommen, wird diese Position vakant.
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