Dienstag, 25. Jänner 2005

Jetzt ist es offiziell: Nach Jil Sander trennt sich Prada auch von Designer Helmut Lang

  • Winter-Damenkollektion von Lang's Team entwickelt
  • Gruppe Helmut Lang machte 04 mehrere Mio. Verluste

Jetzt ist es offiziell: Nach Jil Sander trennt sich die italienische Luxusgruppe Prada nun auch vom österreichischen Stardesigner Helmut Lang. Prada-Chef Patrizio Bertelli wolle die Leitung der in New York beheimateten Firma Helmut Lang zunächst selbst übernehmen und ihrer Entwicklung eine neue Richtung geben, hieß es in einer Presseaussendung. Der Abschied Langs, der bereits von der US-Tageszeitung "Wall Street Journal" angekündigt worden war, sei sofort wirksam, hieß es weiter....

Prada hatte im August 1999 einen 51-prozentigen Anteil an der Gruppe Helmut Lang übernommen und die Beteiligung im Oktober 2004 auf 100 Prozent aufgestockt. Nach der kompletten Übernahme seines Unternehmens durch Prada war Helmut Lang in seinem Unternehmen als Designer geblieben.

Helmut Lang ist Marke mit starker Identität
Bertelli betonte, er wolle sich für die Entwicklung der Firma Helmut Lang aktiv engagieren, die Prada seit Oktober 2004 vollständig besitzt. "Helmut Lang ist eine Marke mit einer starken Identität und einer klaren Position im Modefirmament. Wir starten von hier aus und werden uns rasch bewegen, um der Gesellschaft eine geeignete Unterstützung zu sichern und das Potential der Marke zu entwickeln", hieß es.

Verlustjahr 2004
Lang dankte Prada für die Zusammenarbeit. Er dankte vor allem seinem "Team, der Presse und den Kunden, die mein Unternehmen in diesen letzten fünf Jahren aktiv unterstützt haben", schrieb er. Die Damenkollektion für Herbst-Winter soll vom Team entwickelt werden, das bisher mit Lang gearbeitet hat. Die Gruppe Helmut Lang meldete 2004 einen Jahresumsatz von 30 Mio. Euro und mehrere Millionen Euro Verluste.

Trennungshintergrund: Einsparpläne
Gründe für die Trennung von Helmut Lang wurden offiziell nicht genannt. Aber bereits bei der Scheidung von Jil Sander hieß es, Hintergrund seien Einsparpläne der Luxushauses in Hinblick auf den schon zwei Mal verschobenen Börsengang, der noch bis Ende 2005 erfolgen sollte.
(apa/red)


25.1.2005 11:41