Zum Star geboren: Elina Garanca rollt die Opernwelt auf
- Blitzstart in Wien: Star-Einlage auf dem Opernball
- Werther-Premiere am 19. 2.: die neue Kraft aus Lettland

Härte, Können, Charisma: Der Weg der jungen Mezzosopranistin an die Spitze. Das Interview. Was Kollegen sagen.
Es gibt Parallelitäten, die könnten einen an höhe-re Verstrickung glauben lassen. Zum Beispiel die zwischen Anna Netrebko, 32, und Elina Garanca, 29. Beide kommen aus der vormaligen Sowjetunion und sind von einer Art Ansehnlichkeit, die selbst Ignoranten für das klassische Genre zu befeuern vermag. Beide wurden als schöne Nobodys vom ingeniösen Tandem Nikolaus Harnoncourt / Martin Kusej für die Salzburger Festspiele entdeckt und jung in die Welt katapultiert. Für beide erfüllte sich das Schicksal in Mozart-Partien.
Die Causa setzt sich bis ins sinistre Detail fort: Beide landeten eines Fernsehabends bei Gottschalk, und all das geschah im Jahresabstand. Was auch für die Eröffnung des Opernballs gilt: Im Vorjahr sang zu Renato Zanellas Unterhosenparade die Netrebko auf. Heuer kontert dort die Garanca in ihrer Eigenschaft als Protagonistin der bevorstehenden Staatsopern-Premiere von Massenets Werther (am 19. Februar unter Philippe Jordan).
Heilsamer Unterschied. Ein paar Unterschiede gibt es freilich schon. Die Netrebko prunkte in Salzburg 2002 mit der Siegerpartie der Donna Anna in Don Giovanni. Als die Garanca ein Jahr später den Annio im Titus sang, verblüffte der Erfolg allgemein, denn die Rolle ist nicht einmal mittelgroß. Außerdem ist die Netrebko im spektakulären Fach des Koloratursoprans tätig, während die Garanca als seriöser Mezzo dient.
Und endlich das Wichtigste: Der russische Superstar wird in eine Furcht erregende Medienmaschine geworfen, nimmt schlüpfrige DVDs auf und attackiert auf CD-Covers mit der Erotik einer serbischen Schlagersängerin.
Ganz nach oben. Die lettische Kollegin mit der wunderschönen, durch alle Lagen perfekten Mezzo-Stimme geht derweil ihren Weg mit der mätzchenlosen Konsequenz eines beseelten Terminators. Im Vorjahr sang sie in Salzburg schon mit Fabelkritiken die Hauptpartie der Dorabella in Mozarts Così fan tutte. Das tut sie bei der bevorstehenden Wiederaufnahme zwar nicht (das auch anderweitig im Status der Gottesstrafe befindliche Regiepaar Herrmann mobbte sie aus der Produktion). Doch selbst das hat mehr Gutes als Schlechtes, denn die Zeit würde knapp: Sie singt die Dorabella zwischen Juni und November beim Edelfestival von Aix-en-Provence, an Mortiers Pariser Oper und endlich unter Riccardo Muti an der Scala in Mailand.
Die ganze Erfolgsstory lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Elina Garanca im Interview über Karriere, Kinder, Regietheater und die Bürde, ein Star zu sein
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