Dienstag, 1. Februar 2005

Jackson-Prozess voll im Gange: Heute beginnt die Auswahl der Geschworenen

  • Popstar erschien ganz in weiß und seriös vor Gericht
  • PLUS: Die besten BILDER des ersten Prozesstages!

Zum Auftakt des Prozesses gegen Popstar Michael Jackson hat das Gericht in Kalifornien mit der Auswahl der Geschworenen begonnen. Aus den rund 450 Kandidaten werden zwölf Geschworene ausgewählt. Richter Rodney Melville erklärte den Kandidaten, dass sie dem Gericht für rund sechs Monate zur Verfügung stehen müssten. Zum Prozessbeginn am Montag erschien Jackson ganz in weiß gekleidet vor Gericht, empfangen von hunderten Fans und hunderten Reportern.

Viele Kandidaten äußerten sich zurückhaltend über ihre Bereitschaft, als Geschworene zu fungieren. 138 baten darum, von der Jurypflicht entbunden zu werden. Als Gründe nannten sie Schwangerschaft, Befangenheit, hohes Alter oder pflegebedürftige Angehörige. Diejenigen, die das Gericht als mögliche Kandidaten heranzieht, müssen zunächst Fragebögen ausfüllen und werden dann von Staatsanwaltschaft und Verteidigung einzeln befragt.

Keine Familie bei Verfahrensauftakt anwesend
Die Eltern und Geschwister des US-Popstars Michael Jackson haben sich enttäuscht darüber geäußert, dass sie beim Verfahrensauftakt gegen den 46-Jährigen in der südkalifornischen Kleinstadt Santa Maria nicht anwesend sein durften. Da dies aber angeordnet worden sei, weil es im Gerichtssaal nicht genügend Platz gebe, habe die Familie nun volles Verständnis und werde "mit dem Gericht zusammenarbeiten" und es unterstützen.

Jackson bei Prozess-Auftakt um Seriosität bemüht
Sichtlich um Seriosität bemüht hat Popstar Michael Jackson vor den Augen der Weltöffentlichkeit am Montag sein Prozess-Debüt gegeben. Pünktlich traf der ganz in weiß gekleidete 46-jährige Sänger in Begleitung seiner Anwälte und Leibwächter zum Auftakt seines Missbrauchprozesses vor dem Gericht im kalifornischen Santa Maria ein. Hunderte Fans mussten sich mit einem kurzen Winken und einem Siegeszeichen ihres Idols zufrieden geben. Ohne auf die lauten Sprechchöre zu reagieren begab sich Jackson - wie üblich unter dem Schutz eines Sonnenschirms - umgehend in das Gebäude.

Riesiges Medieninteresse
Mehr als 1.000 Reporter und Kamerateams haben den Auftakt des "Jahrhundertprozesses" in ein riesiges Medienspektakel verwandelt. Durch Maschendrahtzäune, Barrikaden und ein großes Polizeiaufgebot wurden Pressvertreter und Schaulustige aber auf ihre Plätze verwiesen. "Das Interesse der internationalen Presse ist einfach faszinierend", kommentierte die Jura-Professorin Laurie Levenson von der Loyola Law School den Medienauflauf in der "Santa Maria Times".

Unterstützung aus aller Welt
Jackson muss nun täglich die Gerichtsbank drücken. Fans aus aller Welt wollen dabei ihrem Idol solidarisch zur Seite stehen. Eigens aus Spanien, Frankreich und vielen Teilen der USA angereiste Fans hatten schon Sonntagnacht vor dem Gericht campiert und mit Sprüchen wie "Wir lieben Dich" und "Michael ist unschuldig" ihre Unterstützung bekundet. "Wir sind aus eigenen Stücken hier, um der Welt zu zeigen, dass Michael unschuldig ist", sagte Fan-Organisator Faisal Malik der dpa. Dies werde nicht von Jackson organisiert. Bei seinem ersten Gerichtsauftritt vor einem Jahr hatte der Sänger für eine Fan- "Karawane der Liebe" Busse für Hunderte bereit gestellt.

Jackson wegen Kindesmissbrauch vor Gericht
Jackson wird vorgeworfen, auf seiner Neverland Ranch einen damals 13- jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben. Jackson hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Der heute 15-jährige Hauptbelastungszeuge wird nach einer Entscheidung von Richter Melville öffentlich gegen den Sänger aussagen. Ebenfalls aussagen werden wohl seine Mutter und sein Bruder, der nach eigenen Angaben Zeuge des Missbrauchs wurde. Als Beweismittel sind außerdem mehrere Dutzend Zeitschriften und Videos mit sexuellem Inhalt zugelassen, die bei einer Razzia auf Jacksons Ranch sichergestellt worden waren.
(apa/red)

1.2.2005 20:37

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